Antifaunited

Against increasing racism and the contempt for mankind in Germany and Europe, against Peoplephobie, against criticism prohibitions, against Nazis

138 (offiziell) Morde durch Nazis in Deutschland seit 1990

Posted by antifaunited - 26/07/2008

Der am 23. Juli 2008 im brandenburgischen Templin durch Rechtsradikale ermordete Tischler ist nach Zählung des Opferfonds CURA und der Amadeu Antonio Stiftung das 138. Todesopfer rechtsextremer und rassistischer Gewalt in Deutschland. Die Stiftung geht davon aus, dass sich ein rechtsextremer Hintergrund auch vor Gericht aufrechterhalten lässt.

hkulick)

http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de / hk / Das Foto zeigt den Gedenkstein des im Juni 2000 in Dessau von Neonazis ermordeten Alberto Adriano (Aufnahme: hkulick)

Seit der Wiedervereinigung sind im Osten 62 und im Westen 74 Menschen umgebracht worden. Es ist allerdings davon auszugehen, dass die Dunkelziffer noch höher liegt, da in vielen Fällen Morde und ihre Motive nicht vollständig aufgeklärt werden. In den letzten Jahren war die Zahl der Todesopfer durch rechtsextreme und rassistische Gewalt allerdings rückläufig, jedoch gab es nach wie vor zahlreiche Mordversuche.

Erschreckender ist der jüngste Mordfall: Dabei hatten zwei polizeibekannte Rechtsextreme den 55jährigen obdachlosen Tischler Bernd K. erschlagen und versucht die Leiche anzuzünden. Einer der Rechtsextremen trug ein T-Shirt mit dem Abbild des Hitler-Stellvertreters Rudolf Hess, an den Rechtsextreme aus ganz Europa immer wieder mit Aufmärschen erinnern.

Alkohol als Auslöser und Ausrede
Ebenfalls in Ostdeutschland, in Wismar, wurde in der Neujahrsnacht 2007 ein 30jähriger Mann aus der rechtsextremen Szene von seinen eigenen Neonazi-Kameraden erschlagen. Gewaltexzesse, auch untereinander, sind oftmals Bestandteil rechtsextremer Subkultur. Vielfach, so auch in diesem Fall, sind sie von einem starken Alkoholkonsum begleitet. Die Alkoholisierung wird aber oft auch gezielt als Ausrede für geplante Taten genommen.

Was die genaue Ursache des tödlichen Streits unter den Wismarer ‚Kameraden‘ war, konnte auch vor Gericht nicht vollständig geklärt werden. Auch am 15.4.05 endete ein Streit mit rechtsextremen Hintergrund tödlich, als der 34 jähriger Arthur K. in Schwerte (NRW) von gleichaltrigen Christian W. aus Ergste umgebracht wurde. Christian W. hatte in einem Park rechte Parolen gerufen und den Hitlergruß gezeigt, daraufhin kam es zu einem Wortgefecht mit dem späteren Opfer. Im Zuge des Streits stach der Täter fünf Mal zu und verletzte Arthur K. dabei tödlich.

Diese Fälle machen deutlich wie wichtig es ist, sich weiterhin gegen rassistisches und rechtsextremistisches Gedankengut zu wenden und durch Solidarisierung mit den Opfern ein klares Zeichen für die Menschenrechte zu setzen. Die Amadeu Antonio Stiftung wird weiter zusammen mit dem Opferfonds CURA Opfer rechter Gewalt und Projekte gegen Rechtsextremismus unterstützen und ist dabei auf weiter auf Hilfe von Spenderinnen und Spendern angewiesen: http://www.opferfonds-cura.de.

Für die Recherchen zu den letzten Todesopfern rechter Gewalt danken wir dem Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin e.v. (apabiz) für die Hilfe u.a.m.

Hier eine Auflistung der MUT-Redaktion der Amadeu Antonio Stiftung der bisher registrierten Mordfälle mit rechtsextremem Hintergrund.

Mehr zum Mordfall von Templin.
Wie im Juni an den Mord an Alberto Adriano erinnert wurde.
Mehr über den Opferfonds Cura für Opfer rechter Gewalt.

Advertisements

Sorry, the comment form is closed at this time.

 
%d Bloggern gefällt das: