Antifaunited

Against increasing racism and the contempt for mankind in Germany and Europe, against Peoplephobie, against criticism prohibitions, against Nazis

Wie werde ich Antideutscher?

Posted by Botschaft - 05/08/2008

Wichtig: Verwende oft das Wort “Selbstverteidigung”!

So wird man Antideutscher – eine Anleitung
Mach dir keine Sorgen: Obwohl der israelisch-arabische Konflikt schon etliche Jahrzehnte währt und hochkomplex ist, ist für den selbsternannten Freund Israels und der Juden kaum Grundwissen erforderlich. Es ist auch gar nicht nötig, den unwissenden Leser oder Dritten mit Fakten zu nerven und das ganz dicke Brett zu bohren. Ein simples Bild ist gefragt. Und die Sache ist ganz einfach: Israel ist die von aller Welt bedrohte, ihr Recht auf Selbstverteidigung in Anspruch nehmende Partei in diesem Konflikt (Good Guy), die Palästinenser das antisemitische Selbstmordkollektiv (Bad Guy). Nach diesem Muster biegen wir die Ereignisse vor Ort zurecht. Du wirst sehen, es geht wie von selbst.

Vorbemerkung
Israel ist klein, gerade mal so groß wie Hessen, der Konflikt mit den Palästinensern im Vergleich zu anderen Kriegen lokal und eher begrenzt, auch von der Opferzahl her. Zwar starben alleine während des Invasion des Libanons im Jahre 1982 mehr als 20.000 Libanesen und Palästinenser, während im Vergleich während des gesamten Konflikts seit 1948 circa genauso viele Israelis ums Leben kamen. Das soll uns aber nicht anfechten. Tu so, als wäre jeder scheele Blick einen Aufschrei wert. Und wenn im Irak täglich Bomben explodieren und seit Beginn der Kampfhandlungen nach unterschiedlichen Schätzungen bis 100.000 Menschen umkamen – einige Tote in Tel AViv, ein paar niedergewälzte Häuser in einem Flüchtlingscamp, eine Demo der ISM, täglich dargebracht, vermitteln unserer Kundschaft: Da vor allem geht es um die Wurst, denn die Existenz Israels ist gefährdet. Die Leute glauben sogar langsam, dass der Kampf um Israel/Palästina der Konflikt unserer Zeit ist, wo die westliche Zivilisation gegen die barbarischen muselmanischen Horden verteidigt wird, und wir arbeiten daran, dass sie noch fester daran glauben.

Für dich ist diese Szene ideal
Du wohnst in Berlin Kreuzberg oder in Friedrichshain, kannst tagsüber im Görlizter Park oder im Volkspark liegen und abends bequem in deinem Lieblingspub auf der Oranienstraße oder auf dem Boxhagener Platz ein Bierchen zischen. Wenn du ein bißchen Action haben willst, brauchst du nur 8 km nach Westen auf den Kudamm fahren. So ein ruhiges bürgerliches Leben findest du kein zweites Mal. Zwar stört Dich die neue Moschee an der Wiener Straße und du fühlst dich ständig bedroht durch diese vielen Araber um dich herum. Aber das Problem wird sich wenigstens hinsichtlich Kreuzbergs infolge steigender Mieten eh bald von selber erledigt haben.

Fakten
Geh sparsam mit Fakten und bestätigten Meldungen um. Saftige Gerüchte und vorschnelle Anschuldigungen sind viel aufregender. Erinnere dich an Hebron oder Safed. Zitiere Joan Peters Mythos von der “Wildnis”. Oder, dass es sich um eine Besiedlung des Mandatsgebiets handelte, nicht um eine Eroberung, eben wie es Anita Shapira schreibt. Abba Eban gibt immer einen guten Alibizeugen ab, dass Israel sich 1967 oder 1973 “nur” verteidigte. Und ganz wichtig dabei: Nutze stets die Shoa, um deinem Antiarabismus oder deiner Islamophobie Nachdruck zu verleihen. In solchen Fällen setzt du die Glaubwürdigkeit deiner Gewährsleute einfach voraus. Entpuppt sich die Geschichte hinterher als grandiose Ente, ist das kein Drama. Eine Entschuldigung wirst Du oder Deine Grupppe ohnehin nicht bringen, ihr steht ja im moralischen und historischen Recht. Oder du setzt wie Dershowitz einen drauf und zeigst auf, dass alle Verhandlungsscheiterungen stets von palästinensischer Seite verursacht wurden. Wenn es um die Ursachen für die „Al-Aqsa-Intifada“ geht, ignoriere einfach 50 Jahre blutige Besatzung des Westjordanlandes und Gazas, leugne die Unterdrückung und Ausbeutung der Palästinenser, denn sie sind ja selbst Schuld an ihrem Leid, verstehen sie ja nicht, dass Israel im historischen Recht ist und nur die Juden weltweit vor ihrem und dem europäischen Antisemitimus schützen will. Dazu macht es sich auch gut, die Kolloboration des Muftis mit den Nazis zu erwähnen und das ganze palästinensische Zwangskollektiv dann gleich miteinzubeziehen.

Opfer
Tote liefern spektakuläre Bilder. Bilder von zerfetzten Bussen mit Leichenteilen und ausgebombten Cafes in Tel Aviv machen sich gut, zerbombte Häuserblöcke in Gaza und Leichen von palästinensichen Kindern könnten ja fast zeigen, dass da von beiden Seiten mit dem Menschenmaterial nicht zimperlich umgegangen wird. Also bringen wir auch nur die israelischen zur Sprache. Sieht man dann doch mal tote palästinensische Kinder, so war das nicht beabsichtigt oder Fatah-Kämpfer haben hinter den Kindern gestanden und aus deren Schutz auf israelische Soldaten geschossen. Nach jedem Anschlag liegen in den Krankenhäusern Dutzende Schwerverletzte herum. Der deutsche Freund des Judenstaates weiß zwar um die vielen Opfer auf palästinensicher Seite, aber das kann er alles rechtfertigen, denn schon die Kleinsten sind ja nur fanatische Judenhasser, die mit keinem anderen Ziel aufwachsen als sich im Blut derer zu baden und den Antisemitismus schon mit der Muttermilch aufsaugen. Die Opferstatistiken werden übrigens mit zweierlei Maß gemessen: auf der einen Seite wird schön akribisch auseinandersubtrahiert, ob es sich um “Terroristen” oder auch “mal” Zivilisten handelte, auf der anderen Seite werden einfach faschistoide Siedler, Soldaten, Polizisten und zivile Opfer in den israelischen Städten nur unter die Tote durch den Terror gepackt. Der Vorteil des undifferenzierten Bodycounts auf israelischer Seite und des auseinanderpflückens auf palästinensicher: es wird glaubhaft gemacht, dass es den Palästinensern ja nur um das Töten von Juden geht, den Israelis aber nur um das Töten von “Terroristen”, andere Opfer sind eigentlich “nicht gewollt”.

Bilder, Bilder, Bilder
Der Rummel um diesen Konflikt hier in Deutschland sollte dich nicht überraschen. Jeder noch so große Idiot, der irgendwann mal eine Bahamas oder eine Konkret in der Hand hielt, darf seinen unqualifizierten Scheiss dazu geben. Es gibt zwar noch viele andere Themen und Gebiete, mit denen man sich beschäftigen kann. Diese können aber schnell mittels “verkürzter Kapitalismuskritik, die latent antisemitisch ist” abgehandelt werden. Auf Antikriegsdemos werden natürlich nur die reaktionären Teilnehmer erfasst und diese dann schön in den Blogs und Internetseiten veröffentlicht, um damit alle anderen dort demonstrierenden Menschen denen gleichzusetzen. Hat man mal wieder ein dämliches Plakat gefunden, immer schön mit der Kamera draufhalten. Und wenn dabei dann Kommunisten, Anarchisten oder andere Linke auf den Fotos für Nazis erkenntlich sind: was soll es uns kümmern. Denn wer sich für die Palästinenser einsetzt, ist eh nur ein Linksnazi oder im besten Fall ein selbsthassender Jude. Gut machen sich auch Bilder von Kindern, die mit Israelfahnen wedeln oder Karrikaturen, wo der israelische Soldat als heroischer Kämpfer, der Frau und Kind schützt, der Araber aber nur als feiger hinterhältiger Meuchelmörder, der sich hinter Kind und Weib verschanzt, dargestellt wird.

Ursache und Wirkung
Geschieht ein Anschlag, können wir davon ausgehen, dass die israelische Armee gegen die Urheber vorgeht. Dann sind wir wieder, wen auch nur vom heimischen www, dabei. Wichtig: Die üppige Verwendung des Wortes „Selbstverteidigung“ und “Schutzhort der Juden weltweit”, auch wenn sich der israelische Staat einen Dreck um das Individuum schert und die eigene Bevölkerung nur zur Erreichung seiner Ziele vernutzt. Der Schutz der israelischen, und hier vor allem der jüdischen Bevölkerung legitimiert jede noch so große Sauerei. Werfe alle in einen Topf. Hamas und Fatah, DFLP und PFLP, Dschihad und libanesiche Hizbollah. Fasse alle einfach unter antisemitischer Terrorbande oder “dreckige Araberfressen” zusammen. Erwischt die israelische Armee einen Chefterroristen per Rakete in seinem Auto und werden dabei dutzende Zivilisten zerfetzt, stellen wir uns an den Rand einer Protestdemo der palästinensichen Gemeinden und brüllen „Hub-, Hub-, Hubschraubereinsatz“. Ballert eine Gruppe durchgeknallter New Yorker Siedler in Hebron wild um sich, titeln wir „Tel Aviv, Haifa, Jerusalem Hebron – Israel, we stand with you“. Am Ende sind es immer die Palästienenser gewesen, die sich dem Friedensprozess verwehren, auch wenn nicht Arafat, sondern Barak die Verhandlungen in Taba wegen der anstehenden Wahl abbrach und sich nicht mit einer Grenzkorrektur anstatt einer angestrebten Annektion eines beträchtlichen Teils des Westjordanlandes zufrieden gab. Von der Annektion und den Siedlungen hängt auf jeden Fall das Wohl des Judenstaates ab. Genial, nicht?

Der “Zaun”
Die von Israel errichtete Sicherheitsanlage besteht aus Mauerwerk und High-Tech-Zaun, aber wir bleiben beim Terminus Zaun, das hört sich weniger bedrohlich an, obwohl auch ein stromführender Zaun nicht wesentlich besser ist als eine Mauer. Der vermeintliche Dritte wird immer an einen kleinen Maschendrahtzaun denken. Vermeide es, das Auseinanderreissen des gesamten Westjordanlandes zu erwähnen, die Bildung von Enklaven, das Zerstören von Olivenbaumplantagen, das Verwehren des Zugangs zu den Feldern und die weiterhin angestrebte Besetzung des gesamten Jordantals. Bei Diskussionen um die Siedlungen und das annektierte Land musst du darauf pochen, dass es für Israel lebensnotwendig ist die Palästinenser einzusperren und sich nicht auf die Grenze von 1967 zurück zu ziehen. Vergleicht jemand dieses Gebiet mit riesigen Ghettos, werde nicht müde ihn als Holocaustrelativierer oder auch als Antisemit zu beschimpfen oder zu denunzieren, das zieht fast immer bei den weichen Linken.

Suche notfalls ein Mauerstück, wo du behaupten kannst, dass dort früher Gewehrschützen auf Autos und doppelstöckige Linienbusse schießen konnten. Bringe Zeugenberichte von Siedlern, die ja nur das geheiligte Land erschließen wollen und doch insgesamt friedlich und der arabischen Bevölkerung freundlich gesonnen sind. Zeige auf keinen Fall Bilder von Checkpoints, wo Menschen stundenlang in langen Reihen in der glühenden Sonne stehen. Berichte niemals darüber, dass es Wochen dauert die Genehmigung für die Behandlung einer schweren Krankheit oder Verletzung in israelischen Krankenhäusern zu bekommen und dass derjenige, wenn er auf einen unwilligen Soldaten an einem Checkpoint stößt, die Frist durch das lange Hinauszögern auch mal verstreichen lässt und dann erneut einen Antrag stellen muss. Zeige nie das Verhalten der Siedler, die mit Rassismus gegenüber den Palästinensern nicht geizen. Behaupte immer, die Sperranlage sei ein Hindernis für Terroristen, obwohl er erwiesenermaßen nur für einseitige und abschließende Verhältnisse sorgt und den dort lebenden Menschen das Leben zur Qual macht, sie von ihren Arbeitsplätzen sowohl in Israel als auch in anderen Orten im Westjordanland abhält und der weiteren Annektion von Land dient.

Friedensgegner
Im Gegensatz zu den palästinensischen Autonomiegebieten ist Israel eine westliche Demokratie, in der oben die Ashkenasim stehen, dann die Sephardim und ganz unten die arabische Bevölkerung. Erkläre jeden zum Israelhasser und selbsthassenden Juden, der sich links von Peres befindet. Lässt du mal einen Araber oder Muslime zu Wort kommen, was möglichst selten der Fall sein sollte, dann nimm welche wie Hirsi Ali. Jeder Mainstream-Palästinenser, der aus guten Gründen Zweifel an der Politik des Staates Israel und dessen Friedenswillen hat, ist für uns ein Gegner des Friedens und des Judenstaates an sich. Ganz wichtig: Stelle sowohl die Linken von beiden Seiten als die verwirrten, den israelischen Staat gefährdend, dar, und die israelischen Rechtsextremisten als Opfer schlechthin und ignoriere den auch in Israel selbstverständlich zu einem bürgerlichen Staat dazugehörenden Nationalismus. In der israelischen Gesellschaft gibt es natürlich fast nur echte Demokraten, deshalb gehört eine durchmischte Organisiation wie die PLO schon in die Schublade „Terroristen“, auch wenn noch der letzte Fatahanhänger mehr Demokratieverständnis besitzt als ein Uzi tragender Siedler oder ein ultra-orthodoxer Hardliner. Spreche niemals von „Radikalen“ oder „Extremisten auf beiden Seiten“, die gibt es nur auf palästinensischer Seite.

Achte auf den Unterschied
Zwar stehen sich in diesem Konflikt zwei sehr unterschiedliche Parteien gegenüber, nämlich auf der einen Seite eine bis an die Zähne bewaffnete, mit Panzern, F-16, U-Booten und Atombomben ausgerüstete “Demokratie” mit “freier Presse”, “Gewaltenteilung” etc., in der auch mal die einheimische arabische Bevölkerung, wenn sie aufmuckt, die harte Hand des Staates erfahren darf und in welcher ein israelischer Soldat für die Tötung eines Palästinensers meistens freigesprochen wird, ein steineschmeissender Araber aber mehrere Jahre “Zuchthaus” erwarten kann. Und auf der anderen ein seit 50 Jahren besetztes, von palästinensischer Seite unkontrollierbares Chaos, in dem ein großer Teil der Menschen seit Jahrzehnten eingesperrt ist, perspektivlos vor sich hinvegitiert und, wie in Gaza, 50% Arbeitslosigkeit herrscht und die dichteste Bevölkerungsdichte weltweit vorweisen kann. Zwar haben die Palästinenser nur Kalaschnikows und selbsgebastelte Kassamraketen. Du aber musst den Eindruck erwecken, dass eine einsame, von aller Welt gehasste Nation gegen die sie ganz umzingelnden arabischen Horden ankämpft, dass die widerlichen Selbstmordattentate oder die absolut nicht wirksamen Kassamraketen gleich die gesamte Existenz des israelischen Staates in Frage stellen könnten. Vergiss, dass da ein Staat seine Interessen wahrt und eigene und fremde Opfer billigend in Kauf nimmt, soweit es ihm in der Konkurrenz dort und seinen Interessen nützt.

Hintergrundinformationen
Absolut tabu. Wenn du erst einmal anfängst, Teilungspläne, Interessen anderer Staaten, israelische Kompromissunfähigkeit oder arabische Friedensofferten zu erläutern, verunsicherst du nur die Leute, die den Beginn des Konflikts mit der Gründung des Staates Israels 1948 ansetzen und lediglich zwischen jüdischen Opfern und palästinensichen Antisemiten oder Nazis unterscheiden wollen. Lass es!

Der Judenstaat
Hab Verständnis. Hab noch mehr Verständnis. Es geht ja um den Schutz aller Juden weltweit. Egal, was er treibt, ob christliche Milizen in Flüchlingslager durchzulassen und zuzuschauen, während diese ein Massaker veranstalten, ob er tausende von Palästinensern auch mal ohne Verfahren inhaftiert, ob ein ganzes Nachbarland und dessen Infrastruktur incl. der Bevölkerung in Schutt und Asche gebombt wird, ob er die eigene aus arabischen Ländern stammende jüdische Bevölkerung über Jahrzehnte unterdrückt und rassistisch diskriminiert hat, ob er die Häuser der Familien, aus denen ein Selbstmordattentäter kommt, niederwalzt, ob er die Besetzten Gebiete mittels Straßen, auf denen nur Israelis bzw. Siedler fahren dürfen, zerstückelt, ob er ein Elektrizitätswerk (das einzige in Gaza) zerbombt, ohne dass dies ihm in seinem Vorgehen weiterhilft, ob er seine Soldaten auf Kinder schiessen lässt und diese dann in “Selbstverteidigung” handelten, ob er während der sogenannten Friedensgespräche weiterhin der Bau von Seidlungen im Westjordanland ausweitet, ob er das gesamte Steueraufkommen der Besetzten Gebiete seit Jahrzehnten verwaltet und aber nur den kleinsten Teil an die dortigen Behörden abführt, ob er die Bevölkerung von Gaza oder des Westjordanlandes dauerhaft terrorisiert, sie nach Gutdünken von ihren Arbeitsplätzen fernhält und immer wieder der Kollektivstrafe unterstellt . Merke: An allem ist „der antisemitische Terror“ schuld, 50 Jahre Besatzung hin oder her. Hake nicht nach, wenn Justus Wertmüller sagt, “(…)daß jede Kritik am Antisemitismus sich gerade im Krieg an der Seite Israels und gegen seine Todfeinde bewähren muß”. Unterschlage, dass die Roadmap in erster Linie von der PA Maßnahmen gegen den Terror fordert, gleichzeitig die PA aber machtlos war und Israel seit Jahren alles dafür tut, dass eben eine solche Dominanz der PLO nicht zustande kommt. Akzeptiere, dass Kompromisse seitens Israels nicht möglich sind und wenn am Ende ein saudischer Kronprinz einen Friedenvorschlag macht, der genau Baraks Vorstellungen entsprach und die Anerkennung Israels durch die Arabische Liga garantierte, dieser Vorschlag in Israel ignoeriert wird. Jammern. Jammere noch mehr. Über Selbstverteidigung, Schutzhort der Juden, antisemitische Terrorbanden, Kompromisslosigkeit Arafats oder seiner Nachfolger oder die Empörung Linker über die Schäden, die der Staat dort sowohl seinen Bürgern als auch den Arabern zufügt. Halte dich nicht mit Erklärungen der Ursachen für jede dieser Maßnahmen auf. Dafür bleibt bei einem einfachen dogmatischen Weltbild keine Zeit.

Kritik an Israel
Vermeide auch nur ein Wort der Kritik an der Gewalt und dem Terror durch den israelischen Staat. Kritik an Israel ist immer antisemitisch motiviert. Hältst du dich nicht an der bedingungslosen Solidarität mir dem Staat der Juden, läufst auch du Gefahr durch uns als Antisemit verleumdet zu werden, denn “für (uns ist) (…) das Existenzrecht Israels keine Floskel in der Sonntagsrede (…), die man am Werktag kalt lächelnd verrät.” Versuche Dein Gegenüber immer als Nazi zu diffamieren. In Diskussionen darfst du nicht von deinem Standpunkt abweichen, Fehler deinerseits müssen mit Phrasen und Pathologisierungen deines Diskussionsgegners weggewischt werden. Jeder, der Israel kritisiert, macht das, weil er was gegen Juden hat und hofft, dass diese ins Meer getrieben werden. Wenn Israels Berufsnationalisten die palästinensischen Staatsgründungsnationalisten niedermachen, dann führen sie einen antifaschistischen Kampf und sind dafür zu bejubeln. “Straßenschlacht in Ramallah, die Panzer sind die Antifa!”. Du kannst Dich darauf verlassen, dass der (Islam)Faschismus für das Böse schlechthin steht, also ist es sehr hilfreich, dies seinen Gegnern vorzuwerfen. Begründet werden muss das nicht – dass der Mufti von Jerusalem mit den Nazis zusammengearbeitet hat (s.o.), oder der Gruß der Hizbollah dem Hitlergruß ähnelt, reicht schon. Und überhaupt: Die Nazis wollten Juden rein selbstzweckhaft ermorden und die Moslems wollen das auch …

Kleines Wörterbuch
Die dezente Zurückhaltung, wenn es um andere Konflikte oder Probleme weltweit geht, darfst du bei deinem Lieblingsstaat getrost ablegen. Werte nach Herzenslust, greife tief in die Phrasenkiste, gehe großzügig mit Euphemismen und Hyperbeln um.

* Palästinenser : Terrorist
* Annektion von Land: Selbstverteidigungsrecht, Sicherung der Existenz Israels
* Staatsterror: ebenfalls nur Selbstverteidigung
* Ghettoisierung der palästinensichen Beölkerung: Grenzabsicherung
* Abwerfen einer 1-Tonnenbombe auf ein Wohngebiet: Militäraktion gegen Terroristen
* PLO-Politiker: Terrorist
* die Schlächter Begin oder Sharon: charismatische Führer, Holocaustüberlebende
* Ausweitung des Siedlungsbaus: wird einfach verschwiegen
* Mauer: Maschendrahtzaun
* Liquidierung eines unliebsamen Palästinensers: notwendige Tötung
* Andauernde Gewalt, Unterdrückung und Demütigung der Palästinenser: Friedensprozess
* faschistoide New Yorker Siedler: arme orthodoxe Flüchtlinge
* Kollektivbestrafung: nicht anders durchsetzbare Terroristenfahndung
* Hauszerstörungen: Beseitigung der Deckung von Heckenschützen

Beachte: Israelis nie im Aktiv erwähnen! Israelis werden von Bomben und Kassamraketen zerfetzt, aber sie ermorden niemals Palästinenser. Pustet ein Apache-Hubschrauber ein Auto mit einem vermeintlichen “Terroristen” weg und werden dabei noch 10 andere Unbeteiligte getötet, rufen wir abermals: “Hub-, Hub-, Hubschraubereinsatz!“. Oder: „Solidarität mit Israel“. Zwar werden die Panzer und Hubschrauber immer vom israelischen Staat losgeschickt und sind nur ein Rädchen in der Maschinerie des Staatsterrors, der da unten Staatsgründungsterror im Schach hält. Sprich aber trotzdem von einer „Reaktion auf die Selbstmordattentate“, abermals von “Selbstverteidigung” oder “Terroristenjagd”, das gibt den legitimierenden Charakter. Rechtfertige einfach die größten und noch so offensichtlichen Verbrechen, mache dich lustig über die Opfer auf palästinensischer Seite und sei immer schön parteilich in diesem Konflikt, denn Israel braucht dich für seine Existenzsicherung.

Wenn du alle Ratschläge dieses Handbuches beherzigst, hast du besonders gute Chancen bei der FAZ, der Welt, der jüdischen.at, als wissenschaftlicher Mitarbeiter eines rechtskonservativen Politikers, oder, wenn es nicht so gut läuft, nur in der konkret, unterzukommen.

(basierend auf dem Orginaltext von Claudio Casula, veröffentlicht bei Politically Incorrect)

made by Lathandir

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Eine Antwort to “Wie werde ich Antideutscher?”

  1. Lathandir said

    Wichtig dabei ist aber die Diskussion unter dem Beitrag. Da werden einige Fehler des Beitrags korrigiert. Wie z.B., dass der Rassismus der Antideutschen gegenüber Arabern eben aus ihrer Parteinahme gegenüber Israel entspringt. Sie sind halt Freunde des Zionismus, orten Araber usw. als Feinde des Staates Israel. Weil die Araber dann meistens Muslime sind, werden sie zu ausgesprochenen Islamhassern. Will heissen: Israel bzw. die Shoa ist in der Kausalkette ganz oben, daraus entspringt dann am Ende der gewöhnliche Rassimus der ADs gegenüber den Muslime. Das ist wichtig, weil viele ja denken, ADs würden jetzt nur endlich ihren Rassismus freien Lauf lassen und finden jetzt in der Parteinahme für Israel erst ihre nachträgliche Begründung für ihren apriori vorhandenen Rassismus. Das wäre aber falsch.

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