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Against increasing racism and the contempt for mankind in Germany and Europe, against Peoplephobie, against criticism prohibitions, against Nazis

Archive for 14. Oktober 2008

Heinersdorf; das Finale naht

Posted by Botschaft - 14/10/2008

Am Donnerstag eröffnet in Pankow die erste Moschee Ostberlins. NPD und rechtsextreme Initiative haben Proteste angekündigt. Bürgerbündnis will »Band der Toleranz« knüpfen

Juri Eber/Ahron

Protest gegen Demonstration von Moscheegegnern im Juli 2007 in Berlin Foto: Juri Eber/Ahron

Am Donnerstag abend eröffnet im Berliner Stadtteil Pankow-Heinersdorf die Khadija-Moschee. Seit Bekanntwerden des Bauvorhabens der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde in der Tiniusstraße vor knapp drei Jahren machen eine sogenannte »interessengemeinschaft pankow-heinersdorfer bürger« (ipahb) sowie die neofaschistische NPD dagegen mobil. Zum Teil kam es zu Aufmärschen mit bis zu 2000 Moscheegegnern. Daher ist es wenig überraschend, daß die ipahb für Donnerstag noch einmal zum Protest aufruft. Zu einer Demonstration »Für Demokratie und Menschenrechte« erwartet der Verein 500 Teilnehmer. Nach platter rassistischer Stimmungsmache mit Warnungen vor lauten Muezzinrufen, Parkplatznot und steigender Kriminalität gibt die ipahb heute vor, »sich kritisch mit dem Islam auseinanderzusetzen«. Der Vorsitzende des Vereins, Joachim Swietlik, sagte am Montag gegenüber der Berliner Zeitung: »Wir kämpfen nicht gegen die Moschee und auch nicht gegen die Menschen, sondern gegen die Ideologie der Ahmadiyya-Gemeinde«. Dabei bezieht sich die ipahb stets positiv auf den der rassistischen Partei »Pro Köln« nahestehenden Weblog »Politically Incorrect«. Auf der anderen Seite wird die tiefe Freundschaft zum evangelischen Heinersdorfer Pfarrer Andreas Kaehler herausgestellt und der Schulterschluß mit der lokalen CDU gesucht.

Die NPD hat für Donnerstag nahe des Moscheegeländes eine »Mahnwache« unter dem Motto »Nein zur Islamisierung! Moschee zurückbauen!« angekündigt. Ein Polizeisprecher teilte auf Anfrage von junge Welt mit, daß das Anmeldergespräch für die Aktion noch laufe und der genaue Ort bisher unklar sei. Paul Fritsch von der »Emanzipativen Antifaschistischen Gruppe« (EAG) sieht die ausbleibende Werbung für die NPD-Veranstaltung hingegen als Indiz dafür, daß sich die Partei erneut der ipahb-Demonstration anschließen will und auf die eigene, von 18 bis 23 Uhr geplante Kundgebung verzichtet. Zur letzten NPD-Mahnwache seien nur zehn Neonazis erschienen, so Fritsch. Auch mit der aktuellen Anmeldung wolle sich die Partei nur ins Gespräch bringen. »Die NPD hat es noch immer nicht verkraftet, daß ihr die ipahb die Show stiehlt«, so Fritsch gegenüber jW weiter. Die ipahb trifft sich um 18 Uhr an der Kreuzung Prenzlauer Promenade/Ecke Granitzstraße und plant, durch Pankows Zentrum vor das Rathaus in der Breiten Straße zu ziehen.

Zum Protest gegen die rassistische Hetze ruft ein Bündnis auf, in dem sich die Arbeiterwohlfahrt Nordost, die Zukunftswerkstatt Heinersdorf, der Verein »Wir sind Pankow« sowie die Parteien Die Linke, SPD, CDU, FDP und Grüne zusammengefunden haben. Sie wollen »ein buntes Band für Vielfalt und Toleranz« knüpfen. Treffpunkte dafür sind um 17 Uhr an der Rothenbach-/Ecke Romain-Rolland-Straße und im Kiez Berliner Straße, Romain-Rolland-Straße, Neukirchstraße. Während sich die meisten Gruppen des Bündnisses, darunter die CDU, allein gegen die Aktivitäten der NPD aussprechen, erklärten andere Initiativen, darunter auch die Pankower Ortsgruppe von Die Linke, daß sich ihr Protest ausdrücklich auch gegen die ipahb richte. Die Polizei will mit mehreren Hundertschaften anrücken und hat angekündigt, umfangreiche Personenkontrollen durchzuführen.

* Weitere Informationen: zukunftswerkstatt-heinersdorf.de und pankow.antifa.net

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Mahnmal erinnert an Züge ins Leben

Posted by Botschaft - 14/10/2008

Kindertransporte retteten 10000 Jungen und Mädchen vor Deportationen. Neue Gedenkskulptur in Berlin

Am 1. Dezember ist es 70 Jahre her, daß der erste Kindertransport vom Bahnhof Friedrichstraße in Berlin nach Großbritannien abfuhr. Insgesamt waren es rund 10000 Jungen und Mädchen, die durch diese Fahrten nach der Pogromnacht vor den KZ-Vernichtungslagern gerettet werden konnten. An diese Züge soll nun eine Skulptur erinnern, die am 30. November 2008 vor dem Bahnhof Friedrichstraße eingeweiht werden soll. Das wurde erst möglich, nachdem das Bezirksamt Mitte per Beschluß die Schenkung durch den Künstler und Zeitzeugen Frank Meisler angenommen hatte. Auseinandersetzungen hatte es im Vorfeld lediglich mit der Senatsverwaltung für Kultur gegeben, die das Mahnmal wegen ästhetischer Bedenken ablehnte.

Die Skulptur besteht aus zwei Personengruppen, die in entgegengesetzte Richtungen gehen. Fünf Kinder, die farblich mit dem Grau der Holocaust-Gedenkstätte in den Ministergärten abgestimmt sind, stehen stellvertretend für alle Minderjährigen, die nicht gerettet werden konnten und deportiert und ermordet wurden. Zwei Kinder symbolisieren die 10000 Jungen und Mädchen der Kindertransporte und werden im Bronzeton dargestellt. Am Schienenstrang wird zu lesen sein: »Züge ins Leben – und Züge in den Tod«.

Unterstützt wird die Initiative, die von Lisa Schäfer koordiniert wird, unter anderem von der Jüdischen Gemeinde, dem Internationalen Auschwitzkomitees, der Initiative »Zug der Erinnerung/Haltestelle Berlin«, Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD) sowie Innensenator Ehrhart Körting (SPD). Weitere Einzelheiten zur Einweihung und Hintergründe über die rettenden Transporte gibt es in Kürze unter: www.kindertransport.de

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