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Ein Ehrlicher als Kandidat fürs höchste Amt

Posted by Botschaft - 15/10/2008

Peter Sodann tritt für die LINKE zur Bundespräsidentenwahl im Mai 2009 an
Was lange gemunkelt wurde, ist seit gestern Gewissheit: Der Schauspieler Peter Sodann wird für die LINKE bei der Bundespräsidentenwahl am 23. Mai als dritter Bewerber neben Amtsinhaber Horst Köhler und der SPD-Kandidatin Gesine Schwan antreten.

Es ist fast so, als wollte der Ex-»Tatort«-Kommissar sich entschuldigen. Er könne nun mal schlecht Nein sagen, räumt er im Reichstagsgebäude vor einem Riesenaufgebot an Journalisten ein. Und warum sollte er auch ablehnen, wenn Gregor Gysi, Oskar Lafontaine und Lothar Bisky ihm eine Kandidatur zur Bundespräsidentenwahl antragen, fragt er. Es sei doch »irre« – niemals habe er daran gedacht, dass irgendwann jemand käme und ihn bitte, für das höchste Amt im Staate zu kandidieren, sagt Sodann. Dann kommt bezüglich der Chancen, dieses Amt auch zu erhalten, Fontane mit seinem »weiten Feld« ins Spiel, später beim Thema Bankenkrise sind es Heine und Goethe. Und Brecht hat der als Kommissar Bruno Ehrlicher bekannte Mann auch parat, spricht von seiner Utopie von einer gerechteren und friedlichen Welt und gesteht: »Mein Herz hat immer links geschlagen.« Ihm sei es stets um die Idee gegangen, auch wenn diese von Menschen missbraucht worden sei. Jetzt jedenfalls, versichert der 72-Jährige fast ein wenig verlegen, wolle er seine Kraft einsetzen, »der LINKEN zu helfen, ihr Haus zu bauen«.

ND/Burkhard Lange

Ein wenig verschmitzt, ein bisschen verlegen: Peter Sodann. Foto: ND/Burkhard Lange

Sodanns Nominierung durch die Bundestags-LINKE hatten vor dem Auftritt des Hallenser Künstlers auf für ihn eher ungewohntem Parkett bereits die beiden Fraktionschefs Lafontaine und Gysi sowie Parteichef Bisky begründet. Lafontaine sagte unter Verweis auf die Popularität des »Tatort«-Kommissars und das Eintreten des Schauspielers für Frieden, mehr Demokratie, soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit beim Zugang zu Bildung und Kultur: »Er wäre ein wirklicher Bundespräsident des Volkes.« Gysi las Passagen aus der Anklageschrift vor, mit der Sodann als damaliger Chef eines Kabaretts 1961 in der DDR zu einem Jahr und zehn Monaten Haft wegen »staatsgefährdender Hetze« verurteilt worden war. Er sei ein rebellischer Geist gewesen und geblieben, so Gysi. Als Bundespräsident stünde Sodann für »eine gerechte Vereinigung mit allen Widersprüchen«. Bisky schließlich nannte Sodann einen »großen Künstler«, eine »eigenständig denkende Persönlichkeit« und einen »Querdenker« mit »aufrechtem Gang«, der sich in der DDR nicht gebeugt habe und sich auch in der Bundesrepublik treu geblieben sei. (ND)

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Eine Antwort to “Ein Ehrlicher als Kandidat fürs höchste Amt”

  1. angeblich denken derzeit auch die grünen über einen eigenen kandidaten neben gesine schwan nach. czyslansky tippt auf kommissar rex: http://www.czyslansky.net/?p=166

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