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Archive for 16. Oktober 2008

Jugendliche (angeblich) selbst schuld

Posted by Botschaft - 16/10/2008

Attacken gegen Jugendzentrum im mittelfränkischen Langenzenn. CSU- Bürgermeister sieht keinen Zusammenhang mit »Bunt statt Braun«-Transparent

Bereits zum dritten Mal wurde Mitte dieser Woche das Jugendzentrum »Alte Post« im mittelfränkischen Langenzenn mit Farbbeuteln beworfen. Der vermutliche Auslöser: Ein »Bunt statt braun«-Transparent, das im bayerischen Landtagswahlkampf angebracht worden war, um NPD-Plakaten zu trotzen. Ein Mitarbeiter des Bauhofs der Stadt in grellorangefarbenem Anzug, der am Donnerstag zufällg an der »Alten Post« vorbeikam, kommentierte: »Die sind doch selber schuld, wenn die ein Plakat raushängen, wo einer ein Hakenkreuz in den Mülleimer wirft.« Die Anschläge reihen sich ein in eine Vielzahl neonazistischer Umtriebe in der Region um Fürth.

Das Haus, das an einer vielbefahrenen Straße liegt, wurde erstmals im September durch Farbeierwürfe verschandelt. Das Transparent »Bunt statt braun« wurde in der gleichen Nacht geklaut. Die Jugendlichen, die sich hier treffen, wollen das Plakat nicht abnehmen und sich nicht aus der Politik raushalten, wie bürgerliche Stimmen immer wieder forderten. Sie positionieren sich bewußt gegen rechts und organisieren zum dritten Mal das jährliche Open Air »Bunt statt braun«. Das wurde ins Leben gerufen wurde, weil Neonazis Schulhof-CDs verteilten und Aufkleber klebten. Carsten Kurtz, der Sozialarbeiter der »Post«, sagt: »Wir wollen diesen Hohlschädeln nicht Recht geben, indem wir das Plakat abhängen«. So kam ein neues Banner an die Wand, das dort hing, bis es vom Wind eingerissen wurde. Auch Sabine Gillinger vom Vorstand des Fördervereins der »Post« will »aufgrund der Geschehnisse nicht klein beigeben.«

Von Stadt und Polizei werden politische Hintergründe negiert. Bürgermeister Jürgen Habel (CSU) denkt nicht, daß die Farbwürfe politisch motiviert waren: »Einige Jugendliche nehmen die Post nicht an«, sagt er. Da ist er einer Meinung mit der Polizei, die gegen unbekannt ermittelt. Habel sieht auch keinen Zusammenhang zwischen den Anschlägen und den Schmierereien in der Stadt. Erst auf Nachfrage ordnet er den im Juni mit Hakenkreuzen und den Worten »Autonome Nationalisten« besprühten Bahnhof und weitere beschmierte Mauern als politisch ein. »Es gibt Ausreißer nach rechts und links«, so Habel. Die Hakenkreuze waren eine knappe Woche zu sehen, zwei sind immer noch vorhanden, weder Bahn noch Stadt haben sie entfernt. Unbekannte übersprühten die Hakenkreuze schließlich.

Im vergangenen Jahr war der »Weltladen« im Visier. Dessen Scheibe wurde eingeworfen, Mitarbeiter wurden beschimpft, fühlten sich bedroht, die Wände wurden mit NPD-Aufklebern verunstaltet. Nach wie vor wird die Scheibe bespuckt. Die Nachbarn, so der Vorsitzende des Weltladens Volker Rücker, »machen die Augen zu, um keinen Ärger zu haben.«

Die Region Nürnberg/Fürth ist seit Jahren Zentrum neofaschistischer Aktivitäten: Unter anderem wurde das Haus einer couragierten Familie in Fürth zweimal in Folge verunstaltet, und die Reifen ihres Pkw wurden zerstochen. Die Urheber einer mittlerweile gestoppten Anti-Antifa-Website bekannten sich zu der Tat. Die Nürnberger Polizei identifizierte mit auf der Neonazihomepage veröffentlichten Fotos zwei Antifaschisten und nutzte die Bilder für ihre Ermittlungen. Erst nach massiven Protesten Betroffener wurde die Seite geschlossen.

http://www.altepost.org/

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Linke Skinheads demonstrieren vor Russischer Botschaft

Posted by Botschaft - 16/10/2008

Berliner Redskins wollen am heutigen Freitag um 17 Uhr vor der Russischen Botschaft in Berlin gegen die zunehmende Gewalt von Neofaschisten in der Russischen Föderation demonstrieren. Erst vor wenigen Tagen hatten Neonazis in Moskau auf offener Straße einen Antifaschisten erstochen. Er gehörte einer antirassistischen Skinhead-Gruppe an und war ins Visier von Anti-Antifa-Aktivisten geraten. Anfang Oktober gestanden zwei Moskauer Jugendliche, aus Fremdenhaß gemeinsam 20 Morde begangen zu haben.

Im Mai waren vier russische Rechtsextremisten zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil sie im August 2006 einen Bombenanschlag auf einen Markt im Osten der russischen Hauptstadt verübt hatten, bei dem 14 Menschen starben. Die Explosion hatte eine zweigeschossige Markthalle zum Einsturz gebracht, in der viele chinesische und vietnamesische Händler ihre Waren anboten. (AFP)

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Antifa-Demo gegen Nazihetze

Posted by Botschaft - 16/10/2008

Antirassistische Gruppen wollen am heutigen Donnerstag abend in Berlin-Pankow gegen die rassistische Hetze anläßlich der Eröffnung der Khadija-Moschee im Ortsteil Heinersdorf protestieren. Die Veranstaltung des »Antirassistischen Heinersdorf-Bündnisses« unter dem Motto »Kein Raum dem Rassismus – für ein interkulturelles Pankow!« soll ab 17.30 Uhr am Garbáty-Platz (U- und S-Bahnhof Pankow) beginnen.

Gegen die feierliche Eröffnung der Moschee mit rund 300 geladenen Gästen hat eine rechte Bürgerinitiative einen Aufmarsch angemeldet, der in Heinersdorf beginnen und an der Kundgebung der Gegendemonstranten vorbei ins Pankower Zentrum führen soll. Die neofaschistische NPD hat ihre Mahnwache nahe des Moscheegeländes unterdessen abgesagt. Es wird damit gerechnet, daß sich ihre Anhänger dem Aufzug der rechten Bürgerinitiative anschließen. pankow.antifa.net

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