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Kriegsverbrecher wird endlich angeklagt!

Posted by Botschaft - 11/11/2008

Ehemaliger Wachmann des Vernichtungslagers Sobibor wegen Beihilfe zum Mord in 29000 Fällen beschuldigt

Der ehemalige SS-Wachmann Iwan Demjanjuk, der als John Demjanjuk in den USA lebt, soll in Deutschland angeklagt werden. Die Zentrale Fahndungsstelle für NS-Verbrechen in Ludwigsburg hat das Vorermittlungsverfahren gegen den 88jährigen am Montag an die Staatsanwaltschaft München I abgegeben; diese soll die Auslieferung beantragen. Die Anklage lautet auf Beihilfe zum Mord in 29000 Fällen. Der Wachmann aus dem Vernichtungslager Sobibor steht hinter dem KZ-Arzt Aribert Heim an zweiter Stelle auf der vom Simon-Wiesenthal-Zentrum veröffentlichten Liste der meistgesuchten »NS-Kriegsverbrecher«.

Die Zentralstelle liefert den Münchenern mehrere hundert Seiten Beweise, recherchiert in Israel, den USA und in deutschen Archiven. Auf ihrer Basis muß die Staatsanwaltschaft prüfen, ob sie Anklage erhebt. Der Leiter der Ludwigsburger Zentralstelle, Kurt Schrimm, spricht von einer ungewöhnlich dichten Dokumentation. Aus ihr gehe klar hervor, daß Demjanjuk von März bis September 1943 SS-Wachmann in Sobibor war und in dieser Zeit mindestens 29000 Menschen dort ermordet wurden. Anders als etwa in Auschwitz habe es in Sobibor kein Arbeitslager gegeben, sagt Schrimm, so daß Wachleute wie Demjanjuk sich nicht darauf berufen könnten, sie hätten lediglich Arbeitstrupps bewacht.

Weil sich unter den Ermordeten auch rund 1 900 deutsche Juden befanden, kann Demjanjuk in Deutschland vor Gericht gestellt werden, obwohl er kein deutscher Staatsbürger ist und die Verbrechen auch nicht in Deutschland begangen wurden. Die Ludwigsburger Stelle hält die Behörde in München für zuständig, weil der gebürtige Ukrainer in ihrem Bereich seinen letzten deutschen Wohnsitz gehabt habe. Demjanjuk war nach Kriegsende in einem bayerischen Flüchtlingslager untergetaucht und 1952 in die USA ausgewandert.

Die US-Justiz hatte der Bundesregierung schon im Sommer mitgeteilt, daß sie den mutmaßlichen Kriegsverbrecher abschieben würde. Das Oberste Gericht der USA hatte die bereits 2002 wegen der Tätigkeit als Wachmann in Sobibor ausgesprochene Ausbürgerung Demjanjuks für rechtsgültig erklärt. Die Ukraine will ihn aber nicht aufnehmen. Der nunmehr Staatenlose bestreitet alle Vorwürfe. Würde er verurteilt, hätte er eine lange Haftstrafe zu erwarten – aus dem Gefängnis käme der 88jährige wohl kaum noch einmal heraus.

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