Antifaunited

Against increasing racism and the contempt for mankind in Germany and Europe, against Peoplephobie, against criticism prohibitions, against Nazis

Israels neue Linke

Posted by Botschaft - 21/11/2008

Amos Oz / Der israelische Autor gründet eine neue Linkspartei

Was Schriftsteller von Politikern unterscheidet, braucht man ihm nicht zu erklären. Darüber hat er in seinen Büchern immer wieder nachgedacht. Aber Leser kennen auch eine solche Szene bei Amos Oz: dass die männliche Hauptgestalt eines Romans das Gefühl hat, einen Ruf empfangen zu haben, eine Berufung, Aufforderung, aus Gewohntem aufzubrechen. Unmöglich, sich dem zu entziehen.

Vielleicht zuckt man zunächst die Achseln. Eine neue politische Bewegung, assoziiert mit der linksliberalen Merez-Partei? Haben sie in Israel nicht schon genug Parteien? Eine Idee von Intellektuellen? Ja, die träumen gern. Amos Oz auch, aber ein Träumer ist er nicht. Schon lange ist er in der Friedensbewegung aktiv, hat in den 70er Jahren die Organisation »Peace Now« mit aus der Taufe gehoben. Und nun sieht er endlich ein Abkommen mit den Palästinensern in Reichweite. Ob es zum Abschluss gebracht oder zu den Akten gelegt würde, sagte er in einem Interview der »Zeit«, hinge von der nächsten Regierung ab. »Es geht um Krieg oder Frieden.«

Dass dieser Frieden für beide Seiten eine traurige Angelegenheit sein würde, betont Amos Oz seit Jahren. Der israelisch-palästinensische Konflikt sei eine Tragödie, weil »Recht und Recht aufeinandertreffen«. Aber er ist auch überzeugt, dass die Mehrheit der israelischen Juden und der palästinensischen Araber weiß: Eine Zwei-Staaten-Lösung, so schmerzlich sie für beide Seiten sein mag, ist unumgänglich. Zudem sieht er sich mit der Gründung einer neuen linken Bewegung auch in der Pflicht gegenüber den vielen Israelis, die sich nach mehr Gerechtigkeit in der Gesellschaft, nach einer Atmosphäre sozialer Solidarität sehnen.

Es geht also offensichtlich um echte sozialdemokratische Zielstellungen. Da könnte der israelischen Arbeitspartei Konkurrenz erwachsen. Amos Oz ungerührt: »Das ist in vielen anderen Ländern schon passiert. Altmodische Parteien – ob konservativ oder sozialdemokratisch – starben und andere traten an ihre Stelle.« Die Frage, ob er selbst eine politische Funktion übernehmen wolle, verneint er strikt. »Wenn alle Schriftsteller in die Politik gingen, dann fingen die Politiker an, Romane zu schreiben. Und das wäre das Ende der Zivilisation.«

Advertisements

Sorry, the comment form is closed at this time.

 
%d Bloggern gefällt das: