Antifaunited

Against increasing racism and the contempt for mankind in Germany and Europe, against Peoplephobie, against criticism prohibitions, against Nazis

Ralph Giordano zeigt seine Nazifresse

Posted by Botschaft - 03/12/2008

Nur ein ’schlechter’ Türke ist ein ‘guter’ Türke
Ralph Giordano kritisiert in der Welt  Lale Akgüns Buch Tante Semra im Leberkäseland. Das heißt, er kritisiert eigentlich nicht die auf 256 Seiten aufgeschriebenen Geschichten aus dem Leben der Familie Akgün, er hat etwas gegen die Botschaft des Buches. Und die lautet: Türken sind auch nur Menschen.

Heute weiß jeder, dass hinter der Thematik des Buches (Untertitel ‘Geschichten aus meiner türkisch-deutschen Familie’) eines der schwierigsten Probleme der deutschen Innenpolitik steht – die Frage nach der Integrationsfähigkeit oder -unfähigkeit der türkisch dominierten muslimischen Minderheit in Deutschland, ein Konfliktbündel erster Ordnung.Danach sucht man jedoch in Akgüns Buch vergeblich – keine Spur von den hochschlagenden Wellen, die seit Jahren durch die Medien geistern, kein Jota über die Zustände in den Parallelgesellschaften, nichts von der überproportionierten Jugendkriminalität, von Zwangsehen, Importbräuten und ‘Ehrenmorden’, Kontrolle der Brüder über die Tugendhaftigkeit ihrer Schwester, die Bestrafung der ‘Sünderin’. Auch nicht der Hauch einer Andeutung. So wenig wie ein Zeichen der Solidarität in die Richtung jener muslimischen Geschlechtsgenossinnen, die sich mit ihrer unerschrockenen Kritik am Islam in das Visier von Fanatikern gerückt haben und hochgefährlich leben.


Man reibt sich die Augen und fragt sich im Laufe der Lektüre immer konsternierter, ob die hochgebildete Psychotherapeutin und Islambeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion Lale Akgün mit Muslimas wie Necla Kelek, Seytan Ates und Mina Ahadai eigentlich auf dem gleichen Planeten lebt, oder ob sie jemals auch nur einen Blick in deren Bücher geworfen hat.


Stattdessen bleibt der Grundton irritierenderweise immer der gleiche: Spaß, Spaß, Spaß! Das Leben der Sippe und ihrer Umgebung scheint nur daraus zu bestehen. Alles wird hartnäckig verniedlicht und verzuckert, stets sehen die Fragen sich so gestellt, dass dabei nur die ‘richtigen’ Antworten herauskommen können. Wenn denn überhaupt mal tiefer gebohrt zu werden scheint – Stichwörter ‘Schweinefleisch’, ‘Homosexualität’, ‘Frauenrechte in der Türkei’ oder ‘Deutschwerdung’ von Schwesterchen Peyda – letztlich mündet es in Apfelkuchen mit Sahne.


Eine solche Verniedlichung der hochbrisanten Thematik ist mir noch nicht vorgekommen. Ich kenne kein Buch über ‘Migration’, das ihre schwierigen und dunklen Seiten so gründlich ausblendet wie dieses. Mich hat das umso tiefer enttäuscht, als Lale Akgün auch anders, auch gegen den Stachel löcken kann. So als sie Innenminister Wolfgang Schäuble offen attackierte: Er lasse sich bei den Islamkonferenzen mit muslimischen Teilnehmern ein, deren Mehrheit ein klares Bekenntnis zur deutschen Werteordnung verweigert habe, und das mit der Begründung, diese Ordnung sei gleichbedeutend mit Assimilation. Es könne aber nicht sein, so die plötzlich Streitbare, dass der oberste Verfassungsschützer an einem Tisch mit Leuten sitze, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Bravo Lale, bravissimo!


Noch kühner war sie, als sie den Islamrat und den Zentralrat der Muslime “halbseidene Organisationen” nannte, von denen man nicht wisse, ‘was sie hintenrum trieben…’ Ja! Aber genau das wollen wir von Lale Akgün wissen! Stattdessen hat sie ihr Publikum abgespeist mit ‘Döntjes’, wie wir in Hamburg zu sagen pflegen, ein Täuschungsmanöver mit kleiner Münze, eine vorgegaukelte Harmonie, die es nicht gibt, eine verpasste Chance, Ehrlichkeit zu demonstrieren. Das Dauerlächeln, der Dauerspaß – sie sind das eigentlich Elend von ‘Tante Semra im Leberkäseland’.


Und die Titelperson selber? Liebenswürdig-störrisch, liebenswert-querulant, grundsympathisch. Um eine richtige ‘Haddschi’ zu werden, war sie nach Mekka gepilgert, umgeht zu Gast in Deutschland aber dennoch den Fastenmonat Ramadan und seine Regeln, indem sie sich im Kreise der Lieben Leberkäse aufs Brot streicht – guten Appetit, Tantchen!


Doch ach, was hätte aus ihr, was aus dem Thema werden können, wenn die hochintelligente Lale Akgün es geschafft hätte, über den Schatten ihrer multikulturellen Political Correctness zu springen. Dass sie das nicht schaffte, macht ihr Buch zum Ärgernis.

Ein Ärgernis ist lediglich die intellektuelle Beschränktheit des Kritikers. Für den gibt es nämlich keine gut integrierten Türken. Nein, für Giordano sind Türken grundsätzlich frauenunterdrückende, homophobe und ehrenmordende Zwangsverheirater, deren schweinefleischallergische kriminelle Brut uns aufrechten Deutschen rund um die Uhr das Leben schwer macht. Familien wie die Akgüns sind für Giordano nur ein Märchen aus 1001 Nacht. Er will (!) nicht sehen, dass die allermeisten Türken längst in Deutschland angekommen sind und sich in die Gesellschaft integriert haben – jedoch ohne ihre Wurzeln zu verleugnen. Und weil Akgün genau das zum Thema ihres Buches gemacht hat, ist sie für Giordano quasi zur Verräterin mutiert. Da kann sich Giordano noch so oft von Pro Köln und anderen rechtsextremistischen Gruppierungen distanzieren – wer seine bornierte Ignoranz öffentlich so zur Schau stellt, wie er das immer wieder tut, der darf sich wirklich nicht wundern, in derselben politischen Schmuddelecke zu landen.
Eine einzige Sache sieht Giordano allerdings ganz richtig: Lale Akgün lebt zweifellos nicht auf dem gleichen realitätsfernen Parallelplaneten der Keleks, Ates’, Ahadis und – Giordanos.Gott sei Dank.
gefunden bei antifaunited

Advertisements

Sorry, the comment form is closed at this time.

 
%d Bloggern gefällt das: