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„Mörder, Mörder“, „Nieder mit der Regierung der Mörder“

Posted by Botschaft - 08/12/2008

Die Unruhen in Griechenland bringen die Regierung ins Wanken. Die Proteste nach den tödlichen Polizeischüssen auf den 15-jährigen Alexis Grigoropoulos reißen nicht ab. Landesweit werden Polizisten angegriffen, Schaufensterscheiben eingeschlagen und Autos in Brand gesteckt. Die soziale Lage in Griechenland ist zunehmend explosiv.
„Mörder, Mörder“, „Nieder mit der Regierung der Mörder“, hallt es am Montag durch die Straßen von Athen. Mit den Sprechchören machen tausende Schüler ihrer Wut wegen der tödlichen Polizeischüsse auf den 15-jährigen Alexis Grigoropoulos vom Samstagabend Luft. Seitdem reißen die Protestmärsche in der Hauptstadt und anderen Städten nicht mehr ab.

Selbst auf Ferieninseln wie Rhodos und Korfu sowie in Orten wie Komotini und Drama im Nordosten des Landes, die als eher staatstragend und wenig demonstrationserprobt gelten, gehen empörte Menschen auf die Straße. Landesweit werden Polizisten angegriffen, Schaufensterscheiben eingeschlagen, Banken und Autos in Brand gesteckt.

Die Athener Schüler versammeln sich am späten Vormittag vor der Universität und laufen zum Parlament, wo ihnen die Polizei den Weitermarsch zum Regierungssitz versperrt. An der Spitze des Protestzugs tragen die Jugendlichen ein großes Transparent mit der Aufschrift „Geld für die Schulen, nicht für den Kauf von F-16-Bombern oder Hilfe für die Banken“. Die Bildungsmisere in Griechenland ist sprichwörtlich, angesichts der mangelnden Qualität der staatlichen Schulen ist der Besuch von Nachhilfeschulen für griechische Schulkinder in der Sekundarstufe die Regel.

Nach einigen Scharmützeln mit dem Polizeikordon begeben sich die Demonstranten zu der seit Sonntag von Studierenden besetzten rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität. Der Verband der Jurastudenten verlangt in einer Erklärung den Rücktritt des Innenministers sowie seines für öffentliche Ordnung zuständigen Stellvertreters. Die ganze „Mörderregierung“ müsse weg. Für den Nachmittag und Abend sind weitere Protestdemonstrationen angekündigt. Zu den Protesten rufen außer linksautonomen und anarchistischen Gruppierungen auch die im Parlament vertretenen Linksparteien auf.

Das in den Meinungsumfragen seit Monaten im Aufwind liegende Bündnis der radikalen Linken (SYRIZA) will vor dem Universtitätsgebäude im Stadtzentrum von Athen demonstrieren. Die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) veranstaltet eine Kundgebung am zentralen Omonia-Platz, dem Platz der Einheit. Die sozialdemokratische PASOK, die größte Oppositionspartei, verurteilte die Ereignisse und sah die Schuldigen bei den „Verantwortlichen in Politik und Polizei“.

Mehrere Organisationen von Schülern und Studenten kündigen für Dienstag weitere Proteste an. Die Lehrkräfte an den Oberschulen wollen mit einem dreitägigen Ausstand gegen die Tötung des 15-Jährigen protestieren. Die Gewerkschaften verstärken ihre Mobilisierung für einen seit längerem für Mittwoch vorgesehenen Generalstreik. Aus der Empörung über den Tod des Jungen ist inzwischen eine mächtige Protestwelle geworden. Unter den Demonstranten sind nicht nur gewaltbereite Autonome, sondern viele sogenannte Normalbürger.

Für Ministerpräsident Kostas Karamanlis braut sich eine gefährliche Gemengelage zusammen. Nach zahlreichen Korruptionsaffären sah er sich bereits vor mehreren Wochen gezwungen, zwei wichtige Regierungsmitglieder zu entlassen. Für die Skandale wurde allerdings noch immer niemand zur Verantwortung gezogen. Karamanlis´ konservative Regierungspartei Nea Dimokratia (ND) verfügt im Parlament nur noch über eine hauchdünne Mehrheit von einem Abgeordneten. Angesichts der explosiven Lage wird die Forderung nach vorgezogenen Neuwahlen immer lauter. (Focus.de)

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