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Griechenland dem Bürgerkrieg nahe

Posted by Botschaft - 09/12/2008

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»Bullen, Schweine, Mörder« – Athen am Dienstag nachmittag Foto: AP

Die tödlichen Polizeischüsse auf den 15jährigen Alexis Grigoropoulos am 6. Dezember bewegen ganz Griechenland. Von Saloniki im Norden bis zur Insel Kreta im Süden gingen am Dienstag den vierten Tag infolge Hunderttausende Menschen auf die Straße. Vor allem Schüler und Studenten nahmen an den Protesten gegen Polizeigewalt und die Politik der konservativen Regierung von Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis teil. Schulen und Universitäten blieben geschlossen. Für den heutigen Mittwoch ist ein Generalstreik der Gewerkschaften gegen Renten- und Lohnkürzungen angekündigt, der nach Angaben der griechischen Kommunistischen Partei (KKE) ebenfalls Bezug nehmen wird auf den jüngsten Polizeimord. In den internationalen Medien dominierten auch am Dienstag Bilder brennender Müllcontainer, Autos und Geschäfte in der Hauptstadt Athen.

Staatspräsident Karolos Papoulias rief seine Landsleute gestern auf, das Gesetz zu achten. »Der heutige Tag der Beerdigung des Alexis Grigoropoulos ist ein Tag der Trauer. Seine Ermordung hat unsere Demokratie tief verletzt.« Und weiter: »Ich als ein Mitglied der Generation, die harte Zeiten unserer Geschichte erlebt hat, fordere dazu auf, friedlich die Trauerfeier zu begehen«, erklärte der 79jährige ehemalige Widerstandskämpfer. 

Bei der Beisetzung von Alexis Grigoropoulos auf dem Friedhof der Athener Vorstadt Palaio Faliro kam es Presseberichten zufolge am Dienstag nachmittag zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Trauergästen und der Polizei. »Bullen, Schweine, Mörder«, riefen Jugendliche, als der Leichnam des 15jährigen in einem weißen Sarg zu Grabe getragen wurde. »Alexis, du lebst«, riefen andere. Zuvor hatten Hunderte junge Griechen auf dem zentralen Syntagma-Platz versucht, das Parlamentsgebäude zu stürmen, was von der Polizei allerdings verhindert wurde.

Kurz vor der Beerdigung hatte die von der Nea Dimokratia (ND) gestellte Regierung ein hartes Vorgehen der Polizei angekündigt. »Niemand hat das Recht, diesen tragischen Vorfall als Alibi für Aktionen der rohen Gewalt zu mißbrauchen, für Aktionen gegen unschuldige Menschen, gegen ihr Eigentum, gegen die ganze Gesellschaft und gegen die Demokratie«, erklärte Karamanlis. »Unruhestifter« könnten nicht mit Nachsicht rechnen. Der Regierungschef meinte damit wohlweislich nicht die beiden Polizisten, die mit ihren tödlichen Schüssen auf Alexis Grigoropoulos die Proteste und Randale erst entfacht haben.

Griechenlands sozialdemokratische Opposition warf der Regierung ob der anhaltenden Straßenrandale unterdessen Versagen vor. PASOK-Chef Georgios Papandreou forderte Neuwahlen. »Die Regierung kann die Krise nicht bewältigen, und sie hat das Vertrauen des griechischen Volkes verloren«, erklärte er. Wider die reißerische Berichterstattung über randalierende Jugendliche bekräftigte Papandreou: »Auf den Straßen trauert heute eine ganze Generation.«

Nach Angaben der Polizei wurden am Montag 89 Menschen verhaftet. Mehr als 100 weitere Personen wurden zur Vernehmung festgenommen. Mindestens zwölf Polizisten wurden verletzt, die Zahl der verletzten Jugendlichen war vorerst nicht bekannt. Zahlen vom Dienstag lagen bis Redaktionsschluß nicht vor. Auch das Ausmaß der Schäden konnte vorerst nicht beziffert werden. Athens Bürgermeister Nikitas Kaklamanis sagte, in der Nacht zum Dienstag seien rund 1000 Mülltonnen in Brand gesetzt worden, meist für die Errichtung von Barrikaden.

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2 Antworten to “Griechenland dem Bürgerkrieg nahe”

  1. Oliver Miller said

    http://de.youtube.com/watch?v=6NfWoKilXyQ&feature=related

    Schaut euch das mal bitte an – das Video!
    Danke!

    Und an Euch alle solidarische Grüsse.
    Viva la Anarchia!

  2. […] first collected Added 09 Dec 08 from antifaunited.wordpress.com Flag as inappropriate or […]

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