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Streik lähmte ganz Griechenland

Posted by Botschaft - 11/12/2008

Unter den Augen der Polizei: Vor dem griechischen Parlament entzündet ein Junge eine Kerze. Foto: AFP/Gouliamaki

Sozialistische Opposition fordert Rücktritt der konservativen Regierung
Nach den beispiellosen Unruhen der vergangenen Tage in Griechenland lähmte am Mittwoch ein – schon länger angekündigter – landesweiter Streik das öffentliche Leben. Schulen waren geschlossen, auch der Flugverkehr kam zum Erliegen.

Zu dem Streik hatten die zwei größten Gewerkschaften – die in der Privatwirtschaft starke GSEE und die ADEDY des öffentlichen Dienstes – aufgerufen, und das ganze Land ist gefolgt. Banken waren geschlossen, Schulen öffneten nicht, der öffentliche Verkehr brach zusammen. Spitäler leisteten nur noch Notdienst. Auch in der Luft ging nichts mehr. Der Athener Flughafen war geschlossen, der Luftraum über dem Land gesperrt.

Die beiden Gewerkschaften protestieren damit unter anderem gegen die Rentenreform, die von der Regierung kürzlich beschlossen worden war. Mit dieser Reform sollen das Rentenalter angehoben und die Renten gekürzt werden. Die Gewerkschaften stellen sich auch gegen die Reform des Arbeitsmarktes, Privatisierungen und Steuererhöhungen der konservativen Regierung von Kostas Karamanlis. Beide Gewerkschaften zusammen vertreten rund die Hälfte der fünf Millionen Beschäftigten des Landes.

Karamanlis hatte die Gewerkschaften aufgefordert, angesichts der Gewalt auf den Streik zu verzichten. An die Opposition richtete er den Appell, mit der Regierung zusammenzuarbeiten. Die größte Oppositionspartei, die sozialistische PASOK von Giorgos Papandreou, wies den Appell zurück. Sie forderte stattdessen die Regierung zum Rücktritt auf, weil diese das Vertrauen des Volkes verloren habe. Die Regierung verfügt im Parlament nur über die Mehrheit von einer Stimme. In Umfragen ist sie bereits weit hinter die Sozialisten zurückgefallen.

Unterdessen ging gestern die Gewalt vor allem von Jugendlichen am fünften Tag in Folge weiter. Mehr als 10 000 Demonstranten allein in Athen zogen durch die Straßen und plünderten Geschäfte. Die Auseinandersetzungen mit der Polizei dauerten über Stunden an.

Insgesamt wurden bisher bereits 350 Geschäfte und 200 Bankfilialen in Athen geplündert. Rund 50 Gebäude in der Hauptstadt brannten nieder. In Thessaloniki, der zweitgrößten Stadt, wurden 100 Geschäfte geplündert.
Auch diejenigen Geschäfte im Zentrum Athens, die nicht zerstört sind, haben geschlossen. Die bei Touristen beliebten Viertel Plaka und Monastiraki sind menschenleer. Die Regierung hat den Geschädigten versprochen, sie zu entschädigen. Dennoch werfen viele Griechen ihr vor, im Umgang mit den Demonstranten versagt zu haben. Dazu trägt auch bei, dass viele Griechen auf der Halbinsel Peloponnes, die im vergangenen Jahr von anhaltenden Bränden getroffen wurden, noch immer keine staatliche Hilfe erhalten haben, allen Versprechungen der Regierung zum Trotz.

Die Gewalt war durch den Tod eines 15-Jährigen ausgelöst worden, der am Samstag von der Polizei erschossen worden war. Vor allem junge Griechen sehen keine Zukunft in ihrem Land, in dem die Arbeitslosigkeit steigt und die Löhne niedrig sind. Schon heute sind sieben Prozent aller Erwerbstätigen ohne Arbeit. Jeder fünfte Grieche lebt unter der Armutsgrenze.

»Wir haben unsere Kinder fallen lassen«, sagt Christos Kittas. Der Rektor der Universität Athen trat nach dem Ausbruch der Unruhen von seinem Amt zurück. »Die Studenten stehen uns und den Behörden mit zunehmender Feindseligkeit gegenüber.«(ND)

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