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Massenproteste, Wut, Trauer

Posted by Botschaft - 12/12/2008

Griechenland in Aufruhr: Nach den Polizeischüssen auf Alexis Grigoropoulos gingen Zehntausende auf die Straßen

Am Samstag abend, den 6. Dezember 2008, wurde der 15jährige Schüler Alexis Grigoropoulos von der Polizei erschossen. Er starb auf dem Pflaster eines Platzes im Athener Viertel Exarchia. Während der Todesschütze, ein auch als »Rambo« bekannter Beamter, behauptete, es habe sich bei der tödlichen Kugel um einen Querschläger gehandelt, berichteten mehrere Augenzeugen, der Polizist habe dem Schüler nach einem Wortgefecht gezielt in die Brust geschossen.

Bereits in der Nacht zum Sonntag gingen Tausende Menschen auf die Straße – aus Trauer und Wut. Und aus Protest gegen den Mord. In den darauf folgenden Tagen wurde das ganze Land mit Demonstrationen und Kundgebungen überzogen; Schulen und Hochschulen wurden bestreikt. Vielerorts entstanden Barrikaden, wurden Verkehrswege blockiert. Oftmals lieferten sich Demonstrierende Straßenschlachten mit der Polizei und griffen Banken und Kaufhäuser an. Selbst in kleineren Städten wurden Polizeiwachen regelrecht belagert. Am Montag erreichten die Aufstände auch wohlhabendere Bezirke der Großstädte. Viele Gebäude und Fahrzeuge wurden in Brand gesetzt, die Schadensschätzungen stiegen in die Höhe und erreichten schnell Millionen Euro. Die Polizei verschoß massenhaft Tränengas, es wurden Polizisten gesehen, die trotz des Todes von Alexis wieder mit Pistolen rumfuchtelten und schossen. 

Die Ursachen für die Proteste liegen tief. Die Wut über den Tod des Schülers verband sich mit tiefer Unzufriedenheit über soziale Ungleichheit, Perspektivlosigkeit, Korruption und eine unfähige, zudem konservative Regierung. Die geriet stärker denn je unter Druck. Regierungschef Konstantinos Karamanlis entschuldigte sich zwar bei der Familie des Opfers, und die beiden Polizisten wurden unter Mordverdacht zunächst festgenommen. Doch gleichzeitig kündigte die Polizei, die zunächst nicht in der Lage war, die schweren Unruhen vor allem im Athener Zentrum unter Kontrolle zu bringen, eine härtere Gangart an.

Am Dienstag nachmittag wurde Alexis Grigoropoulos unter Anteilnahme Tausender Trauergäste in der griechischen Hauptstadt beerdigt. »Ermordet vom Staat« – so die einhellige Meinung der Demonstranten. Kurz darauf flogen wieder Tränengasgranaten und Molotow-Cocktails durch die Luft. Auch international gab es Proteste. Sowohl in London als auch in Berlin wurden die griechischen Botschaften vorübergehend besetzt. In Berlin konnten die Aktivisten nach stundenlangen Verhandlungen unbehelligt wieder abziehen.

Am Mittwoch fand ein schon seit längerem geplanter Generalstreik statt. Die Beteiligung war überwältigend. Auf Dutzenden Kundgebungen und Demonstrationen geißelten die Gewerkschafter die neoliberale Regierungspolitik, Massenarmut und Sozialkahlschlag – und verurteilten auch die tödlichen Polizeischüsse.

Die sozialdemokratische Opposition verlangte Neuwahlen, wobei ein Urnengang natürlich die Probleme nicht beseitigen würde. Triantafyllos Mytafidis, Vorsitzender des Mittelstufenlehrerverbands, dazu: »Bis jetzt hatten wir uns an die Verarmung, die Vermarktung des öffentlichen Eigentums, den Raub unserer Versicherungsgelder und das Autoritätsprinzip gewöhnt. Die Trauer und die Wut der Schüler und Studenten muß sich in eine Kraft wandeln, die neue soziale Kämpfe nach sich zieht.«

Am Donnerstag und Freitag demonstrierten wiederum Tausende und Zehntausende, vor allem junge Leute.

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