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Weiter Proteste in Athen

Posted by Botschaft - 12/12/2008

Griechenlands Studenten bereiten für heute Großdemonstration vor

Die Proteste gegen die griechische Polizei nach den tödlichen Schüssen auf einen 15jährigen Schüler gehen weiter. Für den heutigen Freitag kündigten mehrere Studentenorganisationen eine Großdemonstration in Athen an. International kommt es zu immer mehr Solidaritätsbekundungen für die aufständischen Griechen.

Am Donnerstag gingen Jugendliche in mehreren griechischen Städten den sechsten Tag in Folge auf die Straße. Im Zentrum von Athen wurden Straßenblockaden errichtet. Zudem sollen mehrere Polizeiwachen mit Steinen und Flaschen beworfen worden sein. Hunderte Jugendliche versammelten sich am Nachmittag vor dem Korydallos-Gefängnis, wohin im Laufe des Tages der Polizist gebracht werden sollte, der mit den tödlichen Schüssen am vergangenen Samstag die Massenproteste und gewaltsame Ausschreitungen ausgelöst hatte. Der 37jährige Schütze wird des Totschlags und des »verbotenen Gebrauchs« seiner Dienstwaffe beschuldigt, seinem ebenfalls in Untersuchungshaft genommenen 31jährigen Kollegen wird Beihilfe vorgeworfen.

Presseberichten zufolge lieferten sich vor der besetzten Fakultät für Agrarwissenschaft in der griechischen Haupstadt Studenten und die Polizei Straßenschlachten. Zahlreiche Universitätsfakultäten und rund hundert Schulen allein in Athen und Thessaloniki blieben aus Protest gegen die Polizeigewalt geschlossen. 

In der Nacht zum Donnerstag gab es in mehreren europäischen Städten Protestaktionen vor diplomatischen Vertretungen Griechenlands. In Kopenhagen demonstrierten Presseberichten zufolge 150 Jugendliche – 63 von ihnen wurden laut dänischer Polizei »nach Ausschreitungen« festgenommen. In Rom und Sofia erinnerten Demonstranten mit Plakaten an Alexis Grigoropoulos. Vor der Botschaft in der italienischen Hauptstadt warfen einige Aktivisten später Autos um. In Istanbul wurde die Hauswand der griechischen Vertretung besprüht. In Bordeaux steckten Unbekannte vor dem griechischen Konsulat zwei Autos in Brand. Die Tür der Vertretung wurde beschädigt. Die Agenturen vermeldeten zudem »Unruhen« in den spanischen Städten Madrid und Barcelona, »als Hunderte überwiegend junge Menschen auf die Straßen gingen«.

Alles in allem aber harmlos im Vergleich zur Schadensbilanz in Hellas: Nach Angaben der griechischen Industrie- und Handelskammer sind 435 Unternehmen bei den tagelangen Unruhen beschädigt worden. 37 Geschäfte seien vollkommen ausgebrannt. Die entstandenen Schäden sollen sich auf rund 50 Millionen Euro belaufen. In den vergangenen Tagen war in den Medien gar von Milliardenschäden berichtet worden. Der politisch schwer angeschlagene Regierungschef Kostas Karamanlis von der rechten Nea Dimokratia sieht sich zu Entschädigungszahlungen für Ladenbesitzer gezwungen, deren Geschäfte in den vergangenen Tagen beschädigt oder geplündert wurden. Für kleine und mittelgroße Geschäfte sind Soforthilfen in Höhe von 10000 Euro geplant, 200000 Euro sollen große Unternehmen erhalten. (AFP)

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