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Kein Ende der Proteste in Griechenland

Posted by Botschaft - 19/12/2008

Demonstrationen und Konzert für ermordeten Schüler in Athen

Athen kommt nicht zur Ruhe. Auch am Freitag demonstrierten Tausende Griechen gegen die Rechtsregierung von Konstantinos Karamanlis. Tausende Gewerkschafter zogen vor das Parlament am Syntagma-Platz, um gegen den Haushaltsplan 2009 zu protestieren. Universitätsprofessoren beteiligten sich am Ausstand. Schüler und Studenten organisierten am Nachmittag im Gedenken an den erschossenen Schüler Alexis Grigoropoulos ein Großkonzert in der Athener Innenstadt. Die Musikveranstaltung sollte laut Veranstaltern gleichzeitig eine Solidaritätsbekundung für den »Aufstand der Jugend« sein.

Im Westen Athens demonstrierten rund 1500 Anhänger der griechischen Kommunistischen Partei (KKE) und des Kommunistischen Jugendverbandes. Sie erinnerten an einen 16jährigen Schüler, auf den am Mittwoch von einem unbekannten Schützen geschossen und der dabei am Handgelenk verletzt wurde. »Das ist eine Antwort auf staatliche Repression», zitierte die Agentur AP einen der Demonstranten. Die Proteste würden andauern, »bis unsere Forderungen erfüllt werden«. Babis Angourakis, Mitglied im Zentralkomitee der KKE, erklärte gegenüber junge Welt, die griechische Regierung hoffe, daß die Proteste über die Weihnachtsfeiertage in der kommenden Woche abnehmen. Seine Partei werde allerdings alles dafür tun, daß es dazu nicht kommt.

Die Kommunistische Partei Luxemburgs richtete am Freitag eine Solidaritätsadresse »an die Arbeiter, Studenten und Schülern in Griechenland«: »Der Tod von Alexis Grigoropoulos durch Polizeikugeln am 6. Dezember, der bewaffnete Angriff auf den jungen Kommunisten Giorgos Paplomatas und seine Genossen am 17. Dezember, Polizeiknüppel und Tränengas gegen unbewaffnete junge Menschen in einem Land, das sich als ›die älteste Demokratie der Welt‹ bezeichnet, zeigen einmal mehr, daß dieser Staat nichts mit einer Demokratie zu tun hat.«

Für Schlagzeilen sorgten Massendemonstrationen und Protestkonzert nicht. Mediale Aufmerksamkeit erregte einzig der Angriff einer kleinen Gruppe Jugendlicher auf das Französische Institut in Athen. Polizeiangaben zufolge haben rund 20 Vermummte das Institut Français eingeschlagen und einen Geldautomaten in einer nahe gelegenen Bank beschädigt. Verletzt wurde nach Polizeiangaben niemand.(jW)

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