Antifaunited

Against increasing racism and the contempt for mankind in Germany and Europe, against Peoplephobie, against criticism prohibitions, against Nazis

Volksaufstand

Posted by Botschaft - 19/12/2008

Proteste in Griechenland: Die Repression muß aufhören, und die Regierung Karamanlis muß stürzen. Ein Gespräch mit Katerina

neu

Protestaktion in Athen

Katerina ist 19 Jahre alt und studiert im 2. Studienjahr Geschichte und Archäologie an der Athener Hochschule für Philosophie. Das Interview wurde am Donnerstag am Rande der Demonstration in der griechischen Hauptstadt geführt. Auf Ihren Wunsch verzichten wir auf die Veröffentlichung Ihres Nachnamens und Fotos
Die Hochschule für Philosophie in Athen ist besetzt. Sind Sie dabei?
Ich mache bei der Besetzung mit. So wie bei allen Mobilisierungen, den Demonstrationen, den Besetzungen, überall.

Ist das Ihre erste politische Aktion?
Bei den Bildungskämpfen der letzten Jahre war ich noch Schülerin und habe an Schulbesetzungen teilgenommen. Ich habe meine ersten politischen Erfahrungen in recht jungen Jahren gemacht, und heute versuche ich, so aktiv ich kann dabei zu sein.

Warum? Was treibt Sie an?
Weil die Aktivitäten der griechischen Regierung sowohl gegen die Studierenden als auch gegen die Arbeitenden gerichtet sind. Insbesondere werden Gesetze verabschiedet, die den Forderungen des Volkes überhaupt nicht entsprechen. Ihre gesamte Politik ist alles andere als zu unserm Nutzen.

Können Sie das an einem Beispiel erläutern?
Die Mobilisierungen vor zwei Jahren wurden durch eine Gesetzesvorlage ausgelöst, derzufolge ein Management wie in der privaten Wirtschaft an den Hochschulen Einzug halten sollte. Mit diesem neuen Hochschulrahmengesetz sollten die staatlichen in Richtung private Hochschulen verändert werden. So wie jetzt mit der EU-Regelung für die Gleichstellung der Abschlüsse von privaten Colleges mit Hochschulabschlüssen. In Zukunft stehen wir also am Arbeitsmarkt nicht nur im Wettstreit mit unseren Kommilitonen, sondern auch mit Absolventen privater Einrichtungen, die vielleicht viel kürzer studiert, aber dafür teuer bezahlt haben.Trotz zweijährigem Kampf wurde das Hochschulrahmengesetz verabschiedet, die Regelung für die Colleges auch.

Hat der Kampf nichts gebracht?
Der Kampf hat sehr wohl Ergebnisse gehabt. Seit Jahren sammeln sich die mit dieser Politik Unzufriedenen. Die Ermordung des jungen Alexis Grigoropoulos war der Auslöser, daß aus der Unzufriedenheit ein Volksaufstand wird. Jetzt strömen die Menschen auf die Straße und halten der Regierung ihre Forderungen entgegen.

Oppositionsparteien versuchen, die aktuellen Kämpfe für ihre Ziele zu vereinnahmen. Was halten Sie davon?
Dieser Kampf, bei dem Massen von Menschen auf die Straßen gehen, darf von niemandem manipuliert werden. Wir sehen hier einen Aufstand des Volkes, der nicht von irgendeiner Partei angeführt wird, sondern dem Bewußtsein der Menschen entspringt. Er ist spontan und wird sich von keiner Partei deckeln lassen. Das kann man schon an der Größe der Demonstrationen und Aktionen sehen. All das hier kann nicht in ein bestimmtes Schema gepreßt werden. Die verschiedensten Fraktionen sind auf der Straße, von allen Parteien. Sogar Anhänger sehr konservativer Ansichten finden unsere Forderungen berechtigt. Man darf aber nicht vergessen, daß sich dieser Kampf gegen eine ganz bestimmt Politik richtet.

Was ist also nötig, um diese Politik zu ändern?
Für mich ist die grundlegende Forderung derzeit, daß die Repression durch die Polizei aufhört und die Regierung von Ministerpräsident Karamanlis gestürzt wird. Das sind auch die Forderungen der Menschen, die hier seit dem 6. Dezember in Massen auf der Straße sind. Dafür müssen wir natürlich bereit sein, bis zum Ende weiterzumachen.

Gekämpft wird mit unterschiedlichen Formen, mit Blumen wie mit Brandsätzen. Sind sie alle berechtigt?
All die Kampfformen drücken vor allem die Wut der Leute aus, deswegen können wir sie auch nicht verurteilen. Trotzdem schaden extreme Gewaltausbrüche der Bewegung. Der 15jährige, der einen Stein auf einen Polizisten wirft, ist sicher etwas anderes als jemand, der einen Zeitungskiosk anzündet. Man fragt sich oft, ob letzteres nicht eine gelenkte Provokation ist. 

POLIZEI UND NEONAZIS RANDALIEREN GEMEINSAM IN ATHEN:

Advertisements

Sorry, the comment form is closed at this time.

 
%d Bloggern gefällt das: