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Opfer von Nazis kommen zu Wort

Posted by Botschaft - 22/12/2008

Nach Überfall auf Zeltlager im Sommer wird gegen Haupttäter in Kassel verhandelt
In dem Prozeß um den Neonaziüberfall auf ein Zeltlager der linksparteinahen Jugendorganisation ’solid vor fünf Monaten in Nordhessen haben am Montag die beiden Opfer ausgesagt. »Ich bin wach geworden. Über uns stand ein Vermummter und hat mit einem Gegenstand auf uns eingeschlagen«, erinnerte sich der 23jährige vor dem Landgericht Kassel. Ihn hatte der Angeklagte Kevin S. bei dem Überfall mit einem Klappspaten attackiert. Zuvor war die jüngere Stiefschwester des Opfers unter Ausschluß der Öffentlichkeit vernommen worden. Der Vater der 13jährigen berichtete, sie habe seit dem Überfall wiederkehrende Panikattacken. Ein Arzt gab Auskunft über die schweren Kopfverletzungen, die das Mädchen durch Schläge mit einer Bierflasche erlitten hatte. Kevin S. hatte die Tat bereits zugegeben. Am Montag versuchte er sie mit den Worten, die Attacke sei »nichts Persönliches« gewesen, herunterzuspielen.

Vier Männer aus dem Umfeld der rechtsextremen »Kameradschaft« »Freie Kräfte Schwalm-Eder«, die gemeinsam mit S. zu dem Zeltlager gefahren waren, sind bereits in der vergangenen Woche vor dem Amtsgericht Schwalmstadt zu Geld- beziehungsweise Bewährungsstrafen wegen Sachbeschädigung und Diebstahl verurteilt worden. Die 19 bis 24 Jahre alten Männer hatten zugegeben, Autos der linken Camper beschädigt und ein Banner entwendet zu haben. S. war ihnen zufolge Initiator des Überfalls. Ihm droht eine Verurteilung wegen versuchten Mordes. Die Staatsanwaltschaft wollte zunächst keinen Tötungsvorsatz erkennen und den Neonazi nur wegen gefährlicher Körperverletzung anklagen, weil die Schläge laut einem Gutachten »objektiv nicht geeignet« gewesen waren, die Geschwister in Lebensgefahr zu bringen. Eine Stellungnahme der Ärzte, die das Mädchen nach der Tat behandelt hatten, bescheinigte hingegen eine »potentiell lebensbedrohende Erkrankung«. Da bei Verdacht auf versuchte Tötung nicht mehr vor dem Amtsgericht verhandelt werden kann, findet der Prozeß gegen S. vor dem Landgericht in Kassel statt. Der Rechte könnte theoretisch zu lebenslanger Haft verurteilt werden. Wahrscheinlicher aber ist, daß der 19jährige, der zu den braunen Agitatoren in der Region zählt, nach Jugendstrafrecht angeklagt wird. Dann wären zehn Jahre Jugendstrafe die Obergrenze. S. wird von dem hessischen NPD-Funktionär Dirk Waldschmidt verteidigt, der stellvertretender Landesvorsitzender der Partei und Kandidat bei der Landtagswahl 2008 war. Ein Urteil ist für den 12. Januar geplant. (ddp/jW)

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