Antifaunited

Against increasing racism and the contempt for mankind in Germany and Europe, against Peoplephobie, against criticism prohibitions, against Nazis

Archive for 12. Januar 2009

Antifa-Konferenz war erfolg

Posted by Botschaft - 12/01/2009

Beim antifaschistischen Jugendtreffen in Berlin ging es um Alltagsrassismus und Strategien gegen Nazis

»Wenn ein Angriff auf Farbige in Deutschland per se als ausländerfeindlich bezeichnet wird, dann schließt das aus, dass Schwarze auch Deutsche sein können«, sagt Noah Sow. Die Schriftstellerin ist selbst farbig und reagiert entsprechend sensibel auf unterschwelligen Rassismus. Manchmal wundert sie sich, dass in der Schule noch immer »Wer hat Angst vorm schwarzen Mann« gespielt, gleichzeitig aber ein Plakat gegen Rassismus aus dem Fenster gehängt werde. Oder dass kaum einen stört, wenn es bei Pippi Langstrumpf heißt, die »Neger« in Kenia würden den ganzen Tag lügen. Noah Sow las am Sonnabend auf dem Jugendtreffen der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) in Berlin aus ihrem Buch »Deutschland Schwarz Weiß« vor. Einen Tag lang tauschten sich hier Antifaschisten aus dem ganzen Land in Arbeitsgruppen aus – unter ihnen Gewerkschafter, Juden wie Muslime & Christen, Teenager und VVN-Veteranen. »Rechts ist längst angekommen in der Mitte der Gesellschaft«, lautete die Einschätzung der rund 70 Teilnehmer, wie Markus Plagmann, Vertreter der IG-Metall, resümierte. Bewegend war Esther Béjaranos Auftritt am Abend, als die Überlebende des Mädchenorchesters in Ausschwitz zusammen mit der Rapgruppe Microphone Mafia auf der Bühne stand und den HipHop der Jugend um ihren sphärischen Gesang ergänzte. Da gelang ein Schulterschluss über die Generationen hinweg.

Nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Superwahljahres 2009 wurde eine Wiederaufnahme des NPD-Verbotsverfahrens konträr diskutiert. Ein erster Antrag dafür wurde 2003 vom Bundesverfassungsgericht abgelehnt, weil die Verstrickung von Mitarbeitern des Verfassungsschutzes in der Parteiführung unklar blieb. Für einen neuen Anlauf hat die Kampagne »no npd« bislang 175 000 Unterschriften gesammelt.

Die VVN-BdA habe sich seit der NPD-Gründung 1964 für ein Verbot ausgesprochen, sagte Thomas Willms, Bundesgeschäftsführer der Vereinigung. Unterstützt wurde die Forderung von dem Journalisten Carsten Hübner, der für die PDS von 1998 bis 2002 im Bundestag saß: Die Grenze zwischen der Partei und den freien Kameradschaften sei fließend, eine ganz legale Wahlkampfkostenerstattung im Millionenbereich findet er »unerträglich«. Diesen Unwillen teilt Clara Herrmann, Mitglied der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus. Jedoch hält sie die Chancen auf ein Verbot weiterhin für gering. »Ein erneutes Scheitern würde die NPD als Sieg für sich ausschlachten«, befürchtet sie. Ohnehin sei es zu kurz gegriffen, den Kampf gegen rechts nur auf ein NPD-Verbot zu fokussieren. Präventive Ansätze seien sinnvoller.

Die Antifaschisten thematisierten sowohl ein pragmatisches Vorgehen gegen rechte Strukturen, in denen die NPD als Ausrichterin vieler Demonstrationen immer wieder im Mittelpunkt steht, setzten sich aber auch mit alltäglichem Rassismus auseinander. Seit Jahren leisteten Sozialwissenschaftler treffende Analysen, stellte Noah Sow fest, die es sich als Radiomoderatorin und Schriftstellerin zur Aufgabe gemacht hat, diese wissenschaftlichen Ansätze in die Gesellschaft zu tragen.

Markus Plagmann bat die Teilnehmer am Ende einer Podiumsdiskussion darum, die Augen zu schließen, bevor er fragte, wie wohl eine Droge heißen würde, die gegen rechte Tendenzen wirksam sei. »Geile Musik«, antwortete Clara Herrmann, »Missionierung«, eine Vertreterin der Antifa. Eine ganz andere »Droge« nannte Thomas Willms, der an einer Hauptschule unterrichtet und dort häufig mit rechten Jugendlichen zu tun hat. Er hält Mathematik für wirksam – Rechtsextremismus sei halt unlogisch.(ND)

Werbeanzeigen

Posted in Antifa | Verschlagwortet mit: | Kommentare deaktiviert für Antifa-Konferenz war erfolg

Gedenken lebt weiter/ Gegen Krieg und Vertreibung

Posted by Botschaft - 12/01/2009

Zehntausende Menschen haben am Sonntag in Berlin der vor 90 Jahren von reaktionären Freikorpssoldaten ermordeten Revolutionäre Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht gedacht. Wie in jedem Jahr zog eine Großdemonstration vom Frankfurter Tor zur Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof in Berlin-Friedrichsfelde. Dort hatten sich bereits am Morgen Tausende Menschen versammelt, um rote Nelken auf die Gräber der beiden Kommunisten zu legen.
Mit einer Kranzniederlegung eröffneten führende Politiker der Partei Die Linke, darunter Parteichef Lothar Bisky, Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Petra Pau, die traditionelle Ehrung. Nach Angaben der Linkspartei besuchten im Laufe des Tages mehr als 80000 die Gedenkstätte der Sozialisten.

Die Mitbegründer der Kommunistischen Partei Deutschlands, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, waren am 15.Januar 1919 mit Billigung der SPD nach ihrer Festnahme von rechten Militärs zuerst bewußtlos geschlagen und später erschossen worden. Ihr Kampf gegen den imperialistischen Krieg und für soziale Gerechtigkeit hat heute für Linke aller Gruppierungen Vorbildcharakter.

Parallel zum stillen Gedenken fand bei strahlendem Sonnenschein die traditionelle Luxemburg-Liebknecht-Demonstration statt. Unter dem Motto »Nichts und niemand ist vergessen – Aufstehen und widersetzen« zogen nach Angaben der Veranstalter mehr als 10 000 Menschen vom U-Bahnhof Frankfurter Tor zur Gedenkstätte, darunter auch die Europaabgeordneten Sahra Wagenknecht und Tobias Pflüger sowie die innenpolitische Sprecherin der Partei Die Linke im deutschen Bundestag, Ulla Jelpke. Außerdem protestierten zahlreiche kommunistische, marxistische und autonome Gruppen aus Deutschland und Europa gegen Krieg und Kapitalismus.

In einem Meer von roten Fahnen mehrheitlich deutscher und türkischer Organisationen waren auch immer wieder palästinensische Flaggen zu sehen. Darüber hinaus hatten mehrere arabische Gruppen aus Solidarität mit den Palästinensern angesichts des israelischen Bombardements von Gaza einen eigenen Block gebildet. Es waren aber auch Leute zu sehen, die sich zu Israelisch-Palästinensischen Friedensgruppen bekannten und daher die Israelische Flagge mitführten.

Solidarität mit den Palästinensern war auch das zentrale Thema der türkischen Föderation demokratischer Arbeitervereine (DIDF) und vieler anderer Gruppen. Rund 50 verschiedene Organisationen, Parteien und Initiativen hatten zu der Demonstration aufgerufen.
Die Veranstalter zogen am Nachmittag eine positive Bilanz. »Die Stimmung war gut; und im Vergleich zu früheren Jahren hatten wir dieses Mal ein auffallend junges Publikum«, sagte Sebastian Lorenz von der Antifaschistischen Linken Berlin (ALB) am Nachmittag. Daran sei abzulesen, daß die Kritik am Kapitalismus wieder lauter werde. Erstaunlich zurückhaltend sei in diesem Jahr die Polizei gewesen, die den Demonstrationszug mit einem Großaufgebot begleitet hatte. Nicht eine einzige Festnahme sei dem Ermittlungsausschuß bekanntgeworden, so Lorenz. Ein Polizeisprecher bestätigte jW, es habe während der Demonstration keinerlei Zwischenfälle gegeben. Zwei Festnahmen im Umfeld hätten nicht mit ihr im Zusammenhang gestanden. Allerdings hatte es 2009 auch deutlich weniger strenge Auflagen gegeben. Anders als in früheren Jahren tolerierte die Polizei zum Beispiel Seitentransparente. Ob sich daraus schon eine neue Linie ableiten lasse, könne man aber noch nicht sagen, blieb ALB-Sprecher Lorenz zurückhaltend.  (jW)

Posted in Antifa, Deutschland | Verschlagwortet mit: , | Kommentare deaktiviert für Gedenken lebt weiter/ Gegen Krieg und Vertreibung