Antifaunited

Against increasing racism and the contempt for mankind in Germany and Europe, against Peoplephobie, against criticism prohibitions, against Nazis

Aktionsplan gegen Homophobie beschlossen

Posted by Botschaft - 13/01/2009

Schwul-lesbische Vereine begrüßten in der gestrigen Anhörung im Abgeordnetenhaus den Aktionsplan gegen Homophobie, wiesen jedoch darauf hin, dass ehrenamtliches Engagement allein nicht ausreiche, Präventionsmaßnahmen, Opferbetreuung und gezielte Öffentlichkeitsarbeit an Schulen durchzuführen. Geladen waren neben Mitarbeitern Berliner Vereine Kriminalhauptkommissar Uwe Löher und Eren Ünsal von der Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung.

ND/Burkhard Lange

Das Denkmal für die verfolgten Homosexuellen wurde mehrfach geschändet. Foto: ND/Burkhard Lange

Stefanie Nordt, Kombi e.V., fasste die wenigen offiziellen Studien zusammen, die es zum Thema Gewalt gegenüber Homosexuellen gibt. Danach berichtenDas Denkmal für die verfolgten Homosexuellen wurde mehrfach geschändet. Foto: ND/Burkhard Lange beispielsweise zwei Drittel der homosexuellen SchülerInnen, ihre Lehrer würden schwulenfeindliche Witze nicht verhindern, sondern mitlachen. Der Aktionsplan müsse sich daher auch zum Ziel setzen, die gesamte Schule zu einem diskriminierungsfreien Ort zu machen. Ammo Recla, AB Queer e.V., forderte, »die Weichen für eine pädagogische Vielfalt zu stellen«.

Die Vereine waren sich darin einig, dass für Prävention, Opferbetreuung und Öffentlichkeitsarbeit deutlich mehr Unterstützung des Staates nötig sei. Ehrenamtliches Engagement allein könne nicht berlinweit erfolgreich sein.

Weiterhin sei einer der wichtigsten Punkte die Dunkelfeldforschung. Etwa 90 Prozent der Gewaltverbrechen gegenüber homosexuellen Frauen und Männern kämen nicht bei der Polizei an, so Finke. Da in Deutschland homophobe Gewalt nach wie vor bagatellisiert werde, fiele es Betroffenen schwer, solche Vorfälle bei der Polizei anzuzeigen. Konkrete Zahlen liegen der Polizei nicht vor. Bisher durchgeführte Online-Umfragen liefern keine repräsentativen Ergebnisse, wie Kriminalhauptkommissar Löher betonte.

Yilmaz-Günay, GLADT e. V., bezeichnete Homophobie als gesamtgesellschaftliches Phänomen, das keinesfalls nur Heranwachsende betrifft. Opferhilfe und Prävention in allen Lebensbereichen müssten daher ausgebaut werden.

Der Innenausschuss tagte ebenfalls zur Schülerdatei. Die Antragsteller SPD und LINKE räumten ein, im Gesetzesentwurf »das ein oder andere nicht bedacht« zu haben und verwiesen auf die eingereichten Änderungsanträge. Die Regierungsparteien stimmten mit ihrer Mehrheit für den Gesetzesentwurf, FDP und Grüne dagegen. Die Fraktion der CDU enthielt sich. Die Abstimmung geht als Empfehlung an den Bildungsausschuss, der anschließend abstimmen wird.

Der Antrag zum Berliner Aktionsplan gegen Homophobie wurde Dezember 2008 von den Grünen im Abgeordnetenhaus eingereicht. Die wesentlichen Ziele sind eine repräsentative Datengrundlage durch Umfragen und eine genauere Polizeistatistik. Projekte gegen Homophobie sollen verstärkt durch den Staat unterstützt und die Aufklärung in Schulen verbessert werden.(ND)

Advertisements

Sorry, the comment form is closed at this time.

 
%d Bloggern gefällt das: