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Against increasing racism and the contempt for mankind in Germany and Europe, against Peoplephobie, against criticism prohibitions, against Nazis

Archive for 14. Januar 2009

NPD-Landesvize von UNI Mainz gefeuert

Posted by Botschaft - 14/01/2009

Die Johannes-Gutenberg-Universität Mainz hat den stellvertretenden hessischen NPD-Vorsitzenden Mario Matthes exmatrikuliert. Mit Ablauf des Wintersemesters 2008/09 werde die Einschreibung des Studenten widerrufen, teilte die Universität am Mittwoch mit.

Zur Begründung hieß es, Matthes habe durch Gewaltanwendung einen Kommilitonen von der Ausübung seiner Rechte und Pflichten abgehalten. Matthes hatte im Januar auf dem Campus einen linken Mitstudenten zusammengeschlagen. Der Neonazi war dafür vom Amtsgericht Mainz wegen Beleidigung und schwerer Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe von elf Monaten verurteilt worden. (ddp/jW)

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Nazis: Mehr Militanz

Posted by Botschaft - 14/01/2009

Die rechtsextreme Szene ist nach Ansicht des deutschen Inlandsgeheimdienstes im vergangenen Jahr etwas geschrumpft, der Anteil militanter Neonazis jedoch gewachsen. Das berichtete der Tagesspiegel am Mittwoch vorab unter Berufung auf Verfassungsschutzkreise. Ende 2008 seien 30000 Personen dem Rechtsextremismus zugerechnet worden, das seien 1000 Personen weniger als 2007. Dabei schrumpfe vor allem die überalterte Deutsche Volksunion (DVU). Sie verlor 1000 Mitglieder und zählt nur noch 6000 Anhänger. Stärkste organisatorische Kraft blieb die NPD mit 7000 Mitgliedern, 200 weniger als im Jahr zuvor.

Zulauf haben dagegen militante Neonazis. Ende 2008 seien 4800 gezählt worden, 400 mehr als im Vorjahr. Zulauf erhielten diese von den »subkulturell geprägten und sonstigen gewaltbereiten Rechtsextremisten« sowie von »wenig politisierten Skinheads und anderen Rauf- und Sauftrupps«.

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Daniel Barenboim dirigierte in der Staatsoper in Berlin sein israelisch-arabisches Orchester

Posted by Botschaft - 14/01/2009

Das Ereignis der beiden Konzerte von Daniel Barenboims West-östlichem Divan Orchester in der Berliner Staatsoper unter den Linden hat zwei Dimensionen: Eine politische und eine musikalische – wobei die musikalische Dimension politisch und die politische musikalisch ist. Das Politische des Ereignisses besteht im Projekt dieses einzigartigen israelisch-arabischen Orchesters: Dass hier Angehörige komplex verfeindeter Kulturen durch gemeinsames Musizieren am selben Pult den Herzschlag des Nachbarn spüren und ihn nun primär als musikalisch kommunizierenden Menschen und nicht als Angehörigen einer Gruppe wahrnehmen können – eine Chance der Konfliktlösung durch Entdeckung des Gemeinsamen, die Bedingung der Möglichkeit des Dialogs. Für die professionelle Politik ist das alles naiv und blauäugig – sie setzt auf Raketen und Panzer und zerstört dabei die Grundlagen jeden Gesprächs, ohne das kein gesellschaftliches Problem nirgends gelöst werden kann. So macht sie im Falle Israel-Palästinas alles immer nur noch schlimmer.

Um einen Ausweg aus dieser Realpolitik-Falle modellhaft zu versuchen, war das von Goethes Anverwandlung der arabischen Dichtung inspirierte interkulturelle Orchester als ein »humanistisches Projekt« gegründet worden, das im August seinen zehnten Geburtstag begeht. Wie nötig diese Gründung war und wie weit der Weg noch sein wird, zeigt die Tatsache, dass es in den beiden arabischen Staaten, Qatar und Ägypten, wo es in diesen Tagen seine Botschaft vortragen wollte, aus Sicherheitsgründen nicht auftreten konnte.

Das Musikalische des Ereignisses bestand in einem einmaligen Hörerlebnis für ein ungewöhnlich spannungsgeladenes Publikum, für das die beiden Konzert-Absagen ein Glücksfall wurden: Beethovens Leonore-Ouvertüre Nr.3 und die mehr zitierte als gehörte 5. Sinfonie glaubt »man« zu kennen – aber nicht, wenn man sie an diesem Abend von diesem Orchester und in dieser angespannten Situation miterleben durfte. Obwohl die Musiker mit einer Intensität und körpersprachlich spürbaren Leidenschaft wie um ihr Leben spielten, gelang es Barenboim, das riesige Orchester geradezu kammermusikalisch zu führen und den oft gehörten Triumphalismus des Heroischen dieser beiden Stücke gerade als eine Verfälschung zu entlarven. Leonore, trotz ihrer dramatischen langen Crescendi, oder auch die Bläserlyrik des zweiten Satzes der Fünften machten eine Zartheit hörbar, die mitzuerleben eben auch eine politische Botschaft enthielt: Dies ist keine martialische Heldenmusik und kein an das Gefühl pochendes Schicksal, sondern ein Sieg der lyrischen Vernunft, mit einem Finale der Freude und des Glücksgefühls eben über diesen von der Musik der Politik vorgeschriebenen Sieg.

Selten wurden ein Orchester und ein Dirigent so ausdauernd und, wie zu vermuten ist, auch ob der humanistisch-politischen Botschaft willen gefeiert wie an diesem denkwürdigen Abend am Montag mitten in Berlin. Auf dem Bebelplatz wurden in der Pause zwischen den beiden Konzerten (wegen der enormen Nachfrage wurde das Konzert eine Stunde vor Mitternacht wiederholt – kein Profi-Orchester hätte das gemacht!) großflächig und anrührend von palästinensischen Musikern rote Kerzen der Trauer und des Protestes entzündet. »Es gibt keine militärische Lösung« hatten die Musiker in einer gemeinsamen Erklärung ihr Engagement für den musikalischen Dialog begründet.

Am Tag zuvor hatte der »Zentralrat der Juden in Deutschland« mit einer uneingeschränkten Solidaritätserklärung »mit Israel« nahezu zynisch das Gegenteil behauptet: »Es gibt keinen sauberen und ehrenhaften Krieg, wenn man gegen Terroristen kämpft.« Diese Ohren, wie die der politischen Manager und der Scharfmacher auf beiden Seiten, haben Beethoven und Brahms, womit das Konzert ausklang, nicht erreicht. Oder vielleicht noch nicht …

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Licht aus für Naziläden

Posted by Botschaft - 14/01/2009

Das Sortiment ist auf die Wünsche der Kundschaft perfekt abgestimmt. Ob Baseballschläger, Pullover mit germanischen Runen oder auch Musik der Berliner Rechtsrockband »Spreegeschwader«, die auf ihren CD’s von der »Reinheit des Blutes« halluziniert: Läden, deren Angebote sich vorwiegend an Neonazis richten, sind ein lukratives Geschäft für deren Betreiber. Jedoch nicht unbedingt ein dauerhaftes, wie zwei aktuelle Beispiele zeigen.

So wurde am vergangenen Freitag in Magdeburg der Shop »Narvik« geräumt. Vorausgegangen waren Proteste und ein anderthalbjähriger Rechtsstreit gegen den Laden, der sich seit Juli 2007 ausgerechnet im Magdeburger Hundertwasserhaus befand. Der Vermieter, die zum Bistum Magdeburg gehörende Gero AG, war bereits im Februar 2008 mit einer Räumungsklage vor dem Magdeburger Landgericht erfolgreich gewesen. Dem Gerichtsentscheid zufolge hatte der Betreiber verschwiegen, Bekleidung der in der rechten Szene beliebten Kultmarke »Thor Steinar« zu verkaufen. Die Richter werteten das als arglistige Täuschung. Allerdings wurde das Urteil zunächst nicht vollstreckt, da der Ladeninhaber Uwe Meusel Widerspruch einlegte. Doch auch das Oberlandesgericht (OLG) Naumburg folgte im Oktober 2008 der Rechtsauffassung des Landgerichts. Obwohl Meusel gegen die Entscheidung des OLG erneut Revision einlegte, konnte die Räumung aufgrund eines juristischen Schachzuges schließlich doch durchgeführt werden.

In Berlin mußte der braune Szeneladen »Wearwolf« in der Konrad-Wolf-Straße im Stadtbezirk Hohenschönhausen zum Jahreswechsel dichtmachen. Hier hatten Anwohner mit Flugblättern die Schließung gefordert. Gleichzeitig kam es immer wieder zu militanten Angriffen gegen das Geschäft. Letztlich scheiterte der Besitzer an seinen eigenen Mietrückständen. In Zeiten, in denen Neofaschisten den Kleidungsstil der Autonomen kopieren, um sich als »Autonome Nationalisten« einen scheinbar trendigen Anstrich zu verpassen, sind Devotionalien für rechte Skins wohl nicht mehr en vogue, vermuten Berliner Antifaschisten.

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