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Juden und Palästinenser verurteilen den israelischen Einmarsch im Gazastreifen

Posted by Botschaft - 15/01/2009

AP

Auch am Wochenende werden, wie hier am 29.12.2008 in Berlin, Tausende gegen den Krieg im Gazastreifen demonstrieren Foto: AP

Als am 27. Dezember 2008 die ersten israelischen F16-Kampfflugzeuge am Himmel über dem Gazastreifen auftauchten, saß Yaser Alshrafi gerade bei Freunden in der Stadt Dschabalija. Hier, in der Heimat, wollte Alshrafi seiner Braut das Ja-Wort geben. Seit einer Woche ist er wieder in Deutschland. Am Donnerstag berichtete Alshrafi, der in Berlin Pharmazie studiert hat und im Bezirk Spandau eine eigene Apotheke betreibt, erstmals über seine Erlebnisse im Kriegsgebiet. »Teilweise schafft es die Feuerwehr kaum, die Leichen zu beseitigen«, sagte er gestern vor Pressevertretern im Haus der Demokratie in Berlin. Vor allem die Kinder würden unter der Nahrungsknappheit in den abgeriegelten Gebieten leiden. Detailliert erläutert Apotheker Alshrafir die schrecklichen Wirkungen von Phosphorbomben, die er in Dschabalija beobachtet habe. Wie ein radikaler Islamist wirkte Alshrafi dabei nicht. Er respektiere die jüdische Religion, aber dieser Krieg Israels gegen die Palästinenser sei ein Verbrechen, betonte Alshrafi.

Mit dieser Einschätzung ist er nicht allein. Ruth Fruchtman, die gestern im Haus der Demokratie neben ihm saß, teilte Alshrafis Kritik »Wir fordern von Israel den sofortigen Rückzug aus dem Gazastreifen«, sagte Fruchtman, die sich in der Organisation »Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost« engagiert. Die in der »Jüdischen Stimme« organisierten Menschen wollen zeigen, daß es in Deutschland Juden gibt, die nicht mit der Politik des Staates Israel übereinstimmen«, betonte sie.

Zur gleichen Zeit diskutierten Friedensaktivistinnen aus Israel und Palästina in der Werkstatt der Kulturen im Berliner Bezirk Neukölln über den Krieg in Gaza. Dazu eingeladen hatte Monika Knoche, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Partei Die Linke im Bundestag. Gekommen waren unter anderem Amal Khreishe (Palestinian Working Woman Society for Development), Inna Michaeli (Coalition of Women for Peace) aus Israel, die Trägerin des Aachener Friedenspreises Nabila Espanioly und Shula Keshet (Schwester – für Frauen in Israel). Einig waren sich die Frauen darin, daß den Palästinensern endlich ihr Recht auf einen eigenen Staat gewährt werden müsse. Dabei setzen die Aktivistinnen große Hoffnungen in den künftigen US-Präsidenten Barack Obama. Gleichzeitig verurteilten sie jede Art von Gewalt.

Für ein Endes des Krieges werden am kommenden Wochenende mehrere Bündnisse aus jüdischen, palästinensischen, arabischen und deutschen Friedensgruppen demonstrieren. So lädt die Organisation »Stoppt den Krieg in Gaza« zu einer zentralen Großdemonstration nach Berlin. »Wir erwarten eine sehr starke Beteiligung«, so eine Sprecherin der Organisatoren.

Der Widerstand gegen die Völkerrechstsverstöße Israels und die barbarische Gewalt, der die 1,5 Millionen Bewohner des Gazastreifens ausgesetzt sind, wachse derzeit weltweit, heißt es im Aufruf des Aktionsbündnisses, das unter anderem auch von den Bundestagsabgeordneten der Partei Die Linke Sevim Dagdelen, Heike Hänsel, Ulla Jelpke und Norman Paech unterstützt wird. Treffpunkt ist 14 Uhr am Neptunbrunnen vor dem Roten Rathaus. Die Veranstaltung endet mit einer Kundgebung vor dem Brandenburger Tor.

Demonstrationen am Samstag, den 17. Januar, gegen den Krieg in Gaza:
Stuttgart, 14 Uhr, Lautenschlagerstraße/Hauptbahnhof
Hannover, 14.30 Uhr, Opernplatz
Hamburg, 14 Uhr, Hachmannplatz
Kassel, 11 Uhr, Rathausplatz
München, 13 Uhr, Sendlinger-Tor-Platz

Weitere Termine unter: www.friedenskooperative.de/termdat.htm

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