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UNO kritisiert Israels Vorgehen in Gaza scharf

Posted by Botschaft - 16/01/2009

palastina

Angriff verletzt überlebt – palästinensischer Junge im Kamal-Edwan-Krankenhaus in Beit Lahija (14. Januar) Foto: AP

In scharfer Form hat die UN-Kinderrechtskommission in Genf Israel für sein militärisches Vorgehen in Gaza kritisiert. Die Menschenrechtsverletzungen »schreien zum Himmel«, der Krieg wirke sich »verheerend« auf die Rechte der Kinder in Gaza aus, hieß es in einer Stellungnahme. Leben und Wohlergehen der Kinder werde »mißachtet«. 193 Staaten haben die UN-Konvention zum Schutz der Kinder unterzeichnet, keine andere Vereinbarung der Vereinten Nationen trägt so viele Unterschriften. Auch Israel gehört zu den Unterzeichnerstaaten, habe aber die »darin enthaltenen Verpflichtungen eklatant verletzt«, erklärte die UN-Kinderrechtskommission in dieser Woche. Hunderte Jugendliche und Kinder seien getötet oder verletzt worden. Gesundheit, Bildung und das Leben der Familien würden mißachtet. »Die emotionalen und psychologischen Auswirkungen dieser Ereignisse werden eine ganze Generation von Kindern schwer belasten«, heißt es. Es gehe aber nicht nur darum, die Kinder zu schützen, sondern auch die Orte, wo diese sich aufhalten: »Schulen und Krankenhäuser müssen als Angriffsziele ausgeschlossen werden.« Das Vorgehen der israelischen Armee in Gaza manifestiere die völlige Mißachtung des Kinderschutzes. Allein in der Al-Fakhura-Schule, einer UN-Einrichtung, wurden bei dem israelischen Angriff am 7. Januar 43 Menschen getötet. Der weltweite Protest gegen das Massaker konnte Israel bis heute nicht davon abhalten, weiter Kinder, Mütter und Zivilisten im Gazastreifen zu töten.
Selbst ungeborene und neugeborene Kinder sind vor den Angriffen Israels nicht sicher. Einer Studie des UN-Bevölkerungsprogramms (UNFPA) zufolge sind 40000 Frauen im Gazastreifen schwanger, pro Tag werden etwa 170 Kinder geboren. Aufgrund des Krieges können viele Mütter nicht rechtzeitig eine Klinik erreichen, benötigte Hilfe bleibt den Neugeborenen häufig versagt. Sherine Tadros, Gaza-Korrespondentin des TV-Senders Al-Dschasira, berichtete kürzlich von dem kleinen Mohammad, der am 27. Dezember 2008 geboren worden war, als der israelische Überfall begann. Seine Frau sei so voller Angst gewesen, daß das Kind beinahe tot geboren worden wäre, berichtete der Vater Saed Assef dem Fernsehteam. Der Junge habe nach der Geburt nicht richtig geatmet, es seien Stunden vergangen, bis er in ein Krankenhaus gekommen sei und mit Sauerstoff habe versorgt werden können. Selbst wenn der kleine Mohammad überlebe, werde er sein Leben lang behindert bleiben, erklärte der Kinderarzt Ahmed Schataat gegenüber Al-Dschasira. »Schwangere Frauen und ihre Neugeborenen gehören zu den unsichtbaren Opfern dieses Krieges«, erklärte die Direktorin des UN-Bevölkerungsprogramms in Gaza, Thoraya Ahmed Obaid.

Der norwegische Arzt Mads Gilbert, der mit Kollegen zwei Wochen lang im Al- Schifa-Krankenhaus arbeitete, erklärte nach seiner Rückkehr in Oslo, was in Gaza geschehe, erinnere ihn an die Massaker von Sabra und Schatila im Libanon 1982. Auch damals waren die Ärzte aus Norwegen im Einsatz, um verletzten und traumatisierten Palästinensern zu helfen.

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