Antifaunited

Against increasing racism and the contempt for mankind in Germany and Europe, against Peoplephobie, against criticism prohibitions, against Nazis

Protest nach Säureanschlag auf griechische Gewerkschafterin.

Posted by Botschaft - 23/01/2009

Mehrere tausend Menschen zogen am Donnerstag abend durch die Straßen Athens. Ihre Parole: »Konstantina, du bist nicht allein!« Zeitgleich fanden Demonstrationen auch in anderen Städten Griechenlands statt. Dazu aufgerufen hatten etwa 60 Basisgewerkschaften.

Anlaß für diese bisher einmalige, direkt von der Gewerkschaftsbasis organisierte Aktion ist ein Verbrechen, wie es Griechenland noch nicht erlebt hat. Am 23. Dezember 2008 lauerten bisher unbekannte Täter Konstantina Kouneva, Generalsekretärin der Gewerkschaft von bei Putzfirmen Beschäftigten (PEKOP) der Provinz Attrika, auf. Die Täter übergossen ihr Gesicht mit Schwefelsäure und zwangen sie, Säure auch schlucken. Mit schweren inneren Verletzungen im Krankenhaus liegend kämpft die aktive Gewerkschafterin seitdem um ihr Leben.

Vieles deutet darauf hin, daß sie als beharrliche Aktivistin zum Schweigen gebracht und ihre Kolleginnen und Kollegen eingeschüchtert werden sollten. Sie hatte bereits mehrfach Drohbriefe und -anrufe bekommen. Kurz vor dem Anschlag hatte die Gewerkschafterin öffentlich gemacht, daß die in ganz Griechenland vertretene Reinigungsfirma OIKOMET, bei der auch Kouneva angestellt ist, ihre überwiegend weiblichen Angestellten gezwungen hatte, eine Quittung über den Erhalt des ihnen zustehenden Weihnachtsgeldes zu unterschreiben. In Wirklichkeit war aber nur ein Bruchteil des Geldes ausgezahlt worden. Der größte Auftraggeber für OIKOMET ist der griechische Staat, der von der Firma unter anderem sämtliche Metrostationen der Hauptstadt, aber auch Schulen und andere öffentliche Einrichtungen reinigen läßt.

Seit Jahren prangert die Gewerkschaft die nach ihren Aussagen »mittelalterlichen Arbeitsbedingungen« in den Reinigungsfirmen an. Danach ist es nicht die Ausnahme, sondern die Regel, daß die Frauen gezwungen werden, Blankopapiere über Gelder zu unterschreiben, die ihnen nie ausgezahlt werden. In der Provinz Attika, zu der auch Athen gehört, arbeiten etwa 15000 Menschen in Reinigungsfirmen, die meisten von ihnen – darunter auch Konstantina Kouneva – sind Migrantinnen.

Es sei nunmehr unabdingbar, daß die Reinigung öffentlicher Einrichtungen wieder von dort angestellten Reinemachekräften übernommen werde, hieß es in dem Aufruf der 60 Basisgewerkschaften zur Demonstration am Donnerstag. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, sei man bereit zu streiken.

Advertisements

Sorry, the comment form is closed at this time.

 
%d Bloggern gefällt das: