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Against increasing racism and the contempt for mankind in Germany and Europe, against Peoplephobie, against criticism prohibitions, against Nazis

Vermächtnis der KZ-Überlebenden

Posted by Botschaft - 26/01/2009

Komitees von neun ehemaligen Konzentrationslagern mahnen am Jahrestag der Auschwitz-Befreiung

Repräsentanten der Internationalen Komitees von neun Konzentrationslagern haben am Montag in Berlin ihr Vermächtnis veröffentlicht. »Erinnerung bewahren – authentische Orte erhalten – Verantwortung übernehmen« ist ihr Appell an die nachfolgenden Generationen überschrieben. Die letzten Augenzeugen der faschistischen Verbrechen wenden sich darin »an alle europäischen Staaten und die internationale Gemeinschaft«. Am heutigen Dienstag soll das Dokument im Anschluß an die Gedenksitzung des Bundestages zum Tag der Erinnerung an die Opfer des Faschismus, dem Jahrestag der Auschwitz-Befreiung, an Bundestagspräsident Norbert Lammert übergeben werden. Die Überlebenden rufen vor allem die jungen Menschen auf, »unseren Kampf gegen die Naziideologie und für eine gerechte, friedliche und tolerante Welt fortzuführen, eine Welt, in der Antisemitismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus keinen Platz haben«.

Die Präsidentinnen und Präsidenten der Internationalen Komitees Auschwitz, Bergen-Belsen, Buchenwald, Dachau, Flossenbürg, Mittelbau-Dora, Neuengamme, Ravensbrück und Sachsenhausen fordern, daß sich Staat und Bürger gleichermaßen der bleibenden Erinnerung an die Verbrechen des Naziregimes annehmen müssen. Die authentischen Orte müßten als »steinerne Zeugen« erhalten bleiben.

Bei der Vorstellung des Vermächtnisses in der Berliner Akademie der Künste sagte der Präsident des Internationalen Auschwitz-Komitees Noach Flug aus Israel: »Heute müssen wir mit Schmerz und Empörung feststellen: Die Welt hat zu wenig aus unserer Geschichte gelernt.« Pierre Gouffault (Frankreich), Präsident des Internationalen Sachsenhausen-Komitees forderte, daß die Gedenkstätten auch in der Zukunft den »europäischen Widerstand würdigen«. Nachdrücklich wandte er sich gegen die auch regierungsamtlich betriebene Gleichsetzung von Faschismus und DDR-Politik. »Ursache und Wirkungen müssen klar benannt und die Unterschiede deutlich gemacht werden, auch wenn wir anerkennen, daß nach 1945 neues Leid und Unrecht geschehen ist. Wir werden aber nie akzeptieren, daß diese Phasen der Darstellung der Geschichte vor und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges miteinander vermischt werden.«

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