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Against increasing racism and the contempt for mankind in Germany and Europe, against Peoplephobie, against criticism prohibitions, against Nazis

Kampf gegen Unrecht

Posted by Botschaft - 27/01/2009

Es gibt Verbrechen, die sind so unfaßbar, daß sie noch Jahrzehnte später für Entsetzen sorgen. In der Nacht vom 20. zum 21.April 1945 ermordeten SS-Männer im Keller der Hamburger Schule am Bullenhuser Damm zwanzig jüdische Kinder. Mit diesem Mord sollten medizinische Experimente vertuscht werden, die an den Kindern im Vernichtungslager Neuengamme verübt wurden. Wenige Tage vor Kriegsende wurden die Kinder zusammen mit zwei Ärzten, zwei Pflegern sowie mindestens 24 sowjetischen Kriegsgefangenen erhängt. Der Verantwortliche für diese Morde, der SS-Obersturmführer Arnold Strippel, wurde nie für diese Tat bestraft. Es ist der Verdienst des Journalisten Günther Schwarberg, daß dieses Verbrechen öffentlich wurde. Zum 64. Jahrestags der Befreiung von Auschwitz gedachte das Auschwitz-Komitee am vergangenen Sonntag auch seines langjährigen Mitstreiters Schwarberg, der am 3. Dezember 2008 im Alter von 82 Jahren verstorben war. Der Stern-Reporter hatte die Lebensgeschichten der Kinder rekonstruiert und nach ihren Angehörigen geforscht. Einige hatten ihre Söhne, Töchter, Schwestern oder Brüdern jahrzehntelang vergeblich gesucht. Im Jahr 1986 organisierte Schwarberg mit anderen Bürgern ein öffentliches Tribunal. Obwohl Schwarberg wußte, daß er damit keinen offiziellen Richterspruch erwirken konnte, hoffte er zumindest auf die moralische Verurteilung der Schuldigen. Sein Kampf gegen das Vergessen mündete schließlich in die Initiative »Die Kinder vom Bullenhuser Damm«, die eine Gedenkstätte errichtete, mit der an die ermordeten Kinder erinnert wird. Ob er ein Nazijäger sei, fragte ihn die Journalistin Lea Rosh einmal. Nein, entgegnete Schwarberg, aber er fände es schön, wenn später über ihn gesagt würde: »Er hat gegen das Unrecht gekämpft«.

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