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Gedenken an Kommunistischen Widerstand in Ziegenhals

Posted by Botschaft - 08/02/2009

Gedenken an den Antifaschistischen Widerstand zwischen 1933 & 1945

Etwa 300 Menschen haben am Sonntag in der Gedenkstätte Ziegenhals bei Königs Wusterhausen an die illegale Tagung des ZK der KPD am 7. Februar 1933 erinnert. Im Sporthaus Ziegenhals hatten sich damals 40 Kommunisten versammelt, um zu beraten, wie die faschistische Diktatur bekämpft werden kann. Die Teilnehmer der gestrigen Veranstaltung wandten sich auch gegen die Pläne, die historische Tagungsstätte abzureißen.
Eckart Spoo, Mitherausgeber der Zeitschrift Ossietzky, appellierte an den brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD), den Abriß zu verhindern. »Einerseits unterstützt Platzeck den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisionkirche, ein Symbol des preußischen Militarismus, andererseits soll ein Ort des antifaschistischen Widerstands verschwinden«, kritisierte Spoo.

Der Freundeskreis »Ernst-Thälmann-Gedenkstätte Ziegenhals hatte zudem 8000 Protestpostkarten verteilt, von denen bereits 5000 in Platzecks Staatskanzlei eingetroffen seien.

Nachtrag:

Nicht abfinden mit der Verblödung

* Am Sonntag sprach Eckart Spoo, Mitherausgeber der Zeitschrift Ossietzky, auf der traditionellen Kundgebung vor der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte in Ziegenhals bei Königs Wusterhausen anläßlich des Jahrestages der »illegalen Tagung« des ZK der KPD am 7. Februar 1933:

(…) Tonangebende Politiker und Publizisten, die der bestehenden Kapitalherrschaft verpflichtet sind, werden uns den Kommunismus immer als größte aller Gefahren, als größtes aller Verbrechen darstellen. Die Absicht der heiligen Hetzjagd ist klar: Sie wollen die heutigen und künftigen Opfer kapitalistischer Expansion, Privatisierung, Enteignung und Entrechtung geistig wehrlos machen – auch und gerade in Zeiten, in denen die Klassenspaltung der Gesellschaft sich rapide vertieft, das Kapital sich in kaum noch vorstellbaren Ausmaßen zentralisiert und monopolisiert und auch noch die letzten Lebensfelder der Menschen kommerzialisiert (…). Es ist höchste Zeit, gemeinschaftlich zu beraten, wie wir gemeinschaftlich die Bedingungen für menschenwürdiges Leben gestalten wollen.

Wenn wir illusionslos planen und handeln wollen, empfiehlt es sich, uns an die Mahnungen und Warnungen von Marx und Engels zu erinnern, zu welchen Verbrechen ein entfesseltes Kapital fähig ist. Keinesfalls dürfen wir uns mit dem sozialen Niedergang abfinden, den wir erleben, seit das von Systemkonkurrenz befreite Kapital glaubt, keine Rücksichten mehr nehmen zu müssen. Wir dürfen uns nicht abfinden mit der Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen, mit Massenarbeitslosigkeit, mit der Verblödung durch kapitalgesteuerte Massenmedien, deren Hauptzweck es ist, uns einzuschüchtern, damit wir das Politikmachen dem Kapital selber überlassen. Wir dürfen uns nicht abfinden mit ständiger Aufrüstung und immer neuen Kriegen. (…)

Es regt sich Ermutigendes, nicht nur in Lateinamerika. Eben jetzt in der tiefen, noch gar nicht auszulotenden Krise, in die sich das Kapital selber gestürzt hat, bilden sich in Berlin an der Humboldt- und auch an der Freien Universität und an etlichen weiteren Universitäten im ganzen Land »Kapital«-Lesekreise. Viele junge Menschen suchen Orientierung bei den Klassikern der kommunistischen Theorie. Und sie suchen geschichtliche Orientierung. Sie brauchen sie. Gerade deswegen müssen Geschichtszeugen wie die Gedenkstätte Ziegenhals bewahrt werden.

Dem brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck mag das nicht gerade ein Herzensanliegen sein. Aber an ihn – den Chef der Regierung, in der Gerd Gröger die Oberste Bauaufsicht leitet – ist die Frage zu richten, wohin die politische Reise geht, wenn auf der einen Seite mit gewaltigem Aufwand die Potsdamer Garnisonkirche, das Symbol des preußischen Militarismus und der Ermächtigung Hitlers durch die, wie sie sich selbst empfanden, gesellschaftlichen Eliten, wiedererrichtet wird und auf der anderen Seite die Stätte des frühesten und konsequentesten antifaschistischen Widerstands beseitigt wird, statt zu einem Lehrort ausgestaltet zu werden.

Es ist gefährlichste Geschichtsverdrehung, wenn der Widerstand ausgerechnet auf einen Mann wie Claus Graf Stauffenberg reduziert wird, einen deutschen Herrenmenschen, der Hitler 1933 zugejubelt hat und sich nach Kräften an Hitlers Kriegen beteiligt hat, bis die Niederlage absehbar war. (…)

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