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Die Schulen der reaktionären Pius-Gemeinschaft – vom Staat bezahlt

Posted by Botschaft - 11/02/2009

Die reaktionäre Heilslehre der Priesterbruderschaft Pius X. widerspricht elementaren Verfassungsgrundsätzen. Dennoch kann die katholische Vereinigung im Westen Deutschlands mehrere allgemeinbildende Schulen betreiben. Das Geld kommt vom Staat.

Wenn es darum geht, die »Not unserer Zeit« und die »Entartung der menschlichen Natur« zu beklagen, dann ist Maria Michaela Metz nicht zimperlich. Die pluralistische, liberale, multikulturelle Gesellschaft sei »moralisch wie wirtschaftlich auf dem Tiefpunkt angelangt«. Krankheiten, Psychosen, Gewalt und Brutalität hätten Einzug gehalten, seit ein vom Liberalismus, Marxismus und erst recht von den 68ern geprägter Zeitgeist den Mädchen und Frauen ein Leben in freier Selbstbestimmung geradezu aufnötigt. Dabei, so Metz, sei die Berufstätigkeit der Mütter eine klare »Missachtung des unterschiedlichen Schöpfungsauftrages von Mann und Frau« und wesentlich verantwortlich für die »Zerstörung der Familie« und »Mannweiber beiderlei Geschlechts«. Dass sich ein solcher Zeitgeist trotzdem auch in der katholischen Kirche breit machen konnte, erschüttere sie.

Die Äußerungen von Maria Michaela Metz sind mehr als nur die Privatmeinung einer reaktionären Katholikin. Sie stammen aus den von ihr verfassten Grundsätzen des St.-Theresien-Gymnasiums im nordrhein-westfälischen Schönenberg im Bröltal, das nach eigenem Bekenntnis im Geiste des verstorbenen Erzbischof Marcel Lefebvré und seiner Priesterbruderschaft Pius X. betrieben wird und dem »Schwester Maria« als Schulleiterin vorsteht. An der 1991 gegründeten und staatlich anerkannten Privatschule mit angeschlossenem Internat lernen derzeit 114 Mädchen und junge Frauen. Das Gros der Finanzierung wird jedoch weder von der Bruderschaft noch den Eltern der Kinder aufgebracht, sondern vom Bildungsministerium in Düsseldorf. Mit über 90 Prozent der anfallenden Schulkosten ist das Land Nordrhein-Westfalen Spitzenreiter bei der Förderung allgemeinbildender Schulen in privater Trägerschaft. Nach Berechnungen der Kultusministerkonferenz liegt NRW im Ländervergleich mit 4500 Euro pro Schüler und Jahr vorn. Dazu kommen im Fall des St.-Theresien-Gymnasiums monatlich 500 Euro, die aus privaten Mitteln für den Internatsplatz bezahlt werden müssen.

Mit ihrer ideologischen Ausrichtung hat die Priesterbruderschaft Pius X. zu keiner Zeit hinterm Berg gehalten. Der Bonner Politikwissenschaftler Prof. Gerd Langguth nannte sie unlängst einen »Fall für den Verfassungsschutz«, weil sie einen »katholischen Gottesstaat« anstrebe. Für den Regensburger Theologieprofessor Wolfgang Beinert ist sie schlicht »reaktionär und demokratiefeindlich«.

Dem im nordrhein-westfälischen Schulgesetz verankerten Bildungs- und Erziehungsauftrag, wonach die Gleichberechtigung von Mann und Frau und die »Offenheit und Toleranz gegenüber unterschiedlichen religiösen, weltanschaulichen und politischen Überzeugungen und Wertvorstellungen« in der Schule zu wahren seien, stehen die Positionen der Pius-Gemeinschaft und von »Schwester Marias« diametral entgegen. Ebenso wie Äußerungen des Schönenberger Historikers Joachim Volkmann, der das Wesen des Europäers im Sinne der extremen Rechten definiert: »Wer diese christlichen Wurzeln nicht hat, wer diese Geschichte nicht hat, kann nicht im eigentlichen Sinne Europäer sein: Ihm fehlt die europäische Identität. Es ist nicht so, dass man das nicht ändern will. Man kann das nicht ändern: Es geht nicht.«

Grundlegend für die Erziehungskonzeption sei »das Wissen um die Erbsünde«, die sich beim Kind in »ungeordneter Triebhaftigkeit«, »Maßlosigkeit und Selbstüberhebung« äußere und der man mit Benimmregeln, Ordnung am Arbeitsplatz, Sitzhaltung und Heftführung zuleibe rücken müsse. Die Lehrkräfte erfüllten diesen Auftrag mit uneingeschränkter Autorität: »Wir sind – wie die Eltern – Stellvertreter Gottes und von den Schülern als solche zu achten«, so »Schwester Maria«.

Sollte das nicht reichen, hält die Pius-Bruderschaft noch andere Wege zum Seelenheil parat, etwa den »Eucharistischen Kinderkreuzzug«, »der zuallererst gegen das eigene Ich gerichtet ist, gegen seine Fehler, sodann gegen die Herrschaft Satans, um die Seelen der Hölle zu entreißen und sie für Jesus Christus zu gewinnen«. Dass die Vereinigung neben dem Gymnasium auch noch eine Realschule und zwei Grundschulen betreibt, kann vor diesem Hintergrund nur Sorge bereiten.

Jesus‘ Arm und der 11. 9.Laut »Report Mainz« hat der Distriktobere für Deutschland der Priesterbruderschaft St. Pius X., Pater Franz Schmidberger, im Oktober 2001 bei einem Vortrag geäußert: Die Schändung eines Kreuzes, bei der dem Heiland ein Arm abgerissen wird, sei objektiv eine schwerere Sünde als die Terroranschläge von New York und Washington.

Schmidberger verteidigt die »sehr provozierende« Äußerung: »Aber die Sünde ist zunächst einmal eine Beleidigung Gottes an erster Stelle, und dann natürlich auch eine große Beleidigung seiner Geschöpfe, ein großes Unrecht, das den Menschen angetan wird. Aber der erste Aspekt ist eben Gott.«

Ein Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz bezeichnet das inakzeptabel. »Report Mainz« hat Hunderte von Veröffentlichungen der Bruderschaft ausgewertet und ist dabei wiederholt auch auf antisemitische Äußerungen gestoßen. In einer vom »Verlag Vereinigung St. Pius X.« 2000 verbreiteten Schrift heißt es: »Es unterliegt keinem Zweifel, dass jüdische Autoren an der Zersetzung der religiösen und sittlichen Werte in den zwei letzten Jahrhunderten einen beträchtlichen Anteil haben.«

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