Antifaunited

Against increasing racism and the contempt for mankind in Germany and Europe, against Peoplephobie, against criticism prohibitions, against Nazis

Archive for 17. Februar 2009

Weiterhin schwere Vorwürfe gegen Polizei in Dresden

Posted by Botschaft - 17/02/2009

Polizei behandelte Neonazis und Gegendemonstranten mit zweierlei Maß

Die Polizei rühmt sich nach den Demonstrationen am Wochenende in Dresden, Provokationen und Handgreiflichkeiten zwischen Neonazis und Gegendemonstranten verhindert zu haben. Teilnehmer auf Seiten der Antifaschisten haben erfahren, was damit gemeint ist.

Schon die Ankunft am Albertplatz, dem Treffpunkt der Antifa-Demonstration »No pasarán«, ist für die Teilnehmer mit negativen Erinnerungen verbunden. Wie am 6. Dezember 2008 beim Naziaufmarsch in Lichtenberg waren Berliner Einsatzkräfte damit beschäftigt, die Antifaschisten einzukesseln und Personen gewaltsam aus der Menge zu ziehen. Noch in Berlin war versucht worden, Antifaschisten gewaltsam von der Zugfahrt nach Dresden abzuhalten.

Ein anderes, harmonisches Bild bot sich uns am Hauptbahnhof von Dresden, wo sich die Nazis zu ihrer Auftaktveranstaltung zusammengefunden hatten. Während sich die Nazis völlig unbehelligt in öffentlichen Reden ihrem Geschichtsrevisionismus hingeben konnten, wurde uns von der Polizei das Fotografieren sowie der Aufenthalt an der Absperrung unter Androhung eines Platzverweises verboten.

Eine neue Taktik verfolgte die Polizei offensichtlich entlang der Strecke. Ein Voraustrupp räumte die wenigen Zivilisten teilweise unsanft vom Bürgersteig und sicherte Hauseingänge und Nebenstraßen ab, während ein großer Teil des Naziaufmarsches völlig ohne Polizeibegleitung blieb. Die Angst der Einwohner vor gewaltbereiten Neonazis half quasi, Einsatzkräfte zu sparen. Selbst Vermummung von Neonazis hatte keine Reaktion der Polizei zur Folge.

Diese ließ zu keiner Zeit Zweifel daran, auf welcher Seite sie die Unruhestifter sah. In der Presse las sich ihre Darstellung so: »Mehrere hundert Teilnehmer einer linken Demo hätten wegen der Trennung der Aufmärsche aggressiv auf die Polizeibeamten reagiert. Etwa 500 Demonstranten seien im Tagesverlauf ›massiv gewalttätig‹ geworden.« (Tagesspiegel) Unsere Erfahrungen sahen da etwas anders aus. Auf dem Rückweg von der »Geh-Denken«-Kundgebung über die Carolabrücke wurden wieder Personen herausgefischt und erkennungsdienstlich behandelt. Ohne ersichtlichen Grund wurde auch Hans Coppi, der Berliner Landesvorsitzende der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BDA), von einem Polizeibeamten angegriffen und rüde über die halbe Brücke geschubst. Beamte reagierten auf Nachfrage mit weiteren Handgreiflichkeiten, auch gegen Evrim Baba, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses (LINKE). Auskunft über Dienstnummern wurde verweigert, Presseausweise ignoriert. Obwohl weit und breit weder linke Autonome noch Nazis zu sehen waren, trieb uns dann eine Polizeikette über die Brücke. Selbst einen Wasserwerfer hatte man für uns aufgefahren.

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Trauer um Bob Doyle

Posted by Botschaft - 17/02/2009

Mit Bob Doyle starb der letzte irische Spanienkämpfer. Bewegende Abschiedszeremonie in Dublin

Bob Doyle im Oktober 2008 auf dem Montjuic, dem Gräberfeld der Interbrigadisten in Barcelona Foto: Birgit Reinhardt

Am vergangenen Wochenende nahmen in Dublin Hinterbliebene, Freunde und Weggefährten Abschied von Bob Doyle, dem letzten der rund 130 irischen Interbrigadisten. Er war am 22. Januar in London an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben – wenige Tage vor seinem 93. Geburtstag.

Hunderte Menschen waren am Sonnabend in die Hauptstadt der Republik Irland gekommen, um Doyle, der hier am 12. Februar 1916 geboren wurde, mit einem Trauermarsch durch das Stadtzentrum, einer Kranzniederlegung an der Gedenktafel für die 60 in Spanien gefallenen irischen Spanienkämpfer und einer Gedenkzeremonie in der Liberty Hall zu ehren. »Im Zentrum von Dublin kam der Verkehr für eine kurze Zeit zum Stillstand, als die Stadt dem letzten Veteranen des Spanischen Bürgerkrieges Bob Doyle ihren Respekt erwies«, hieß es am Montag in der Irish Times.

Alle großen Zeitungen Irlands und des Vereinigten Königreichs – von Independent über Guardian und Sun, bis Daily Mail und Daily Mirror – hatten in Nachrufen an Leben und Kampf des Antifaschisten erinnert, den der britische Fernsehsender BBC in einer Dokumentation schon mal als »Rebellen ohne Pause« gewürdigt hatte.

Für das hohe Ansehen, daß Bob Doyle weithin – und längst nicht nur in seiner Geburtsstadt, sondern in ganz Irland, in Großbritannien und vor allem auch in Spanien – genoß, sprachen auch die Beileidsbekundungen von den Gewerkschaften, von der Kommunistischen Partei Irlands über die republikanische irische Partei Sinn Fein bis zur Labour-Youth; vom britischen Memorial-Trust der Spanienkämpfer bis zur spanischen Vereinigung der Freunde der Internationalen Brigaden.

Jugend in bitterer Armut
Doyle wuchs in bitterer Armut auf. Gemeinsam mit seinen vier Geschwistern wurde er von Nonnen an einer katholischen Schule erzogen. Schon sehr früh nahm der Arbeiterjunge an den sozialen und den politischen Kämpfen gegen den auch in Irland aufkommenden Faschismus teil. Bereits 14jährig schloß sich Bob Doyle der irischen Untergrundarmee IRA an. Als Francisco Franco 1936 mit Unterstützung des deutschen und italienischen Faschismus gegen die junge Spanische Republik putschte, zögerte er nicht lange und machte sich wie Tausende anderer Antifaschisten aus aller Welt auf den Weg nach Spanien.

Doyle kämpfte dort zunächst in der von irischen Freiwilligen gebildeten Connolly-Kolonne, die im Rahmen der XIV. Internationalen Brigade an der Cordoba-Front und bei der Verteidigung von Madrid zum Einsatz kam. Später, in der Schlacht am Jarama und an der Aragon-Front, kämpfte er als MG-Schütze in den Reihen der XV. Brigade. Im März 1938 fiel er bei den Kämpfen um die Stadt Belchite in die Hände der faschistischen italienischen Einheit »Schwarze Pfeile«. Elf Monate verbrachte Doyle im Konzentrationslager von San Pedro de Cárdenas in der Nähe von Burgos.

Aktiv für dem Frieden
Nach seiner Freilassung setzte er seinen Kampf als Seemann in der britischen Handelsmarine fort. Nach dem Krieg zog er mit seiner spanischen Frau Lola nach London. Dort arbeitete er in der britischen Friedensbewegung sowie in den Gewerkschaften. Den Kontakt zu seinen einstigen Kampfgefährten verlor er dabei nicht. Im Jahr 1996 bekam er – wie Hunderte andere Interbrigadisten – die spanische Staatsbürgerschaft verliehen.

Im Herbst 2006 war Doyle Gast der offiziellen Veranstaltungen in Madrid, Zaragoza und Barcelona anläßlich des 70. Jahrestages der Gründung der Interbrigaden. Selbst als hochbetagter Veteran reiste er im Oktober vergangenen Jahres noch einmalnach Spanien, um an den Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Verabschiedung der Internationalen Brigaden teilzunehmen. Wenige Wochen später trat Bob Doyle bei einer Feier zur Einweihung eines Denkmals für die irischen Brigadisten im nordirischen Belfast zum letzten Mal an die Öffentlichkeit. Seine Lebenserinnerungen hat er in dem Buch »Interbrigadisten – Ein Irländer kämpft gegen den Faschismus« aufgeschrieben.

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Zehnter Jahrestag eines feigen Mordes durch Naziterroristen

Posted by Botschaft - 17/02/2009

Am 13. Februar 1999 starb in Guben Farid Guendoul
Die aggressiven Parolen hallten ebenso wie der harte Klang der Springerstiefel durch die Nacht. »Wir haben euch was mitgebracht – Haß, Haß, Haß« und »Türken raus« brüllte die rechtsradikale Meute an jenem 13. Februar 1999, während sie den Algerier Farid Guendoul und zwei seiner Freunde durch eine Straße im brandenburgischen Guben hetzte. Guendoul suchte in einem Hausflur Schutz vor den Verfolgern. Panisch schlug er die Scheibe der Eingangstür ein und kroch hindurch. Dabei riß sich der 28jährige die Schlagader auf und verblutete. Einen seiner Begleiter schlugen die Neonazis damals bewußtlos. Die drei Haupttäter wurden anderthalb Jahre später zu Haftstrafen zwischen zwei und drei Jahren verurteilt. Acht weitere Beteiligte kamen mit Bewährungsstrafen oder Verwarnungen davon. Zehn Jahre nach dem Verbrechen erinnerten am vergangenen Freitag einige Gubener Bürger an Guendoul. »Viele in der Stadt wollen nicht offen über das Verbrechen reden«, klagt Gesa Köbberling vom Verein Opferperspektive. Dabei sei die Neonaziszene hier nach wie vor aktiv. Die Zeit grölender Horden in Bomberjacken sei zwar vorbei, dennoch treten die Rechten immer selbstbewußter auf, bestätigt ein Polizeisprecher. »Die Neonazis versuchen, sich ein anderes Image zu geben«, so der Sprecher. Mit Alexander Bode kandidierte einer der verurteilten Haupttäter bei den Kommunalwahlen im vergangenen Jahr sogar auf der NPD-Liste für die Stadtverordnetenversammlung. Er wurde zwar nicht gewählt, die NPD aber erhielt 4,3 Prozent und hat seitdem einen Sitz im Stadtparlament.

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Rechtsextremer „Musiker“ im Landtag

Posted by Botschaft - 17/02/2009

Am 26.Februar soll der rechtsradikale Liedermacher Frank Rennicke im sächsischen Landtagsausschuß für Wissenschaft und Hochschule, Kultur und Medien als Sachverständiger gehört werden. Eingeladen wurde Rennicke von der NPD-Fraktion im Dresdner Landtag. Hintergrund ist ein Antrag der Partei Die Linke auf eine Sachverständigenanhörung zum Thema »Jugendmusikförderung in Sachsen«. Rennicke werde ungestört seine Sicht auf Jugendmusik zwischen Kommerzialisierung einerseits und der Verfemung nationaler Musikstile und Musikinhalte darstellen können, heißt es in einer Erklärung der NPD vom Montag.
Neonazi-Barde Rennecke wurde mehrmals wegen Volksverhetzung angeklagt und gehörte bis zu deren Verbot der neofaschistischen »Wiking-Jugend« an.

Die öffentliche Anhörung beginnt um 10 Uhr im Raum A 600 des Sächsischen Landtags.

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Massiver Anstieg rechtsextremistischen Terrors in Sachsen

Posted by Botschaft - 17/02/2009

Die Zahl neofaschistischer Gewalttaten in Sachsen ist im Jahr 2008 um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Das geht aus einer Untersuchung der Beratungsstellen für Betroffene rechtsextremer Gewalt der Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie Sachsen e.V.(RAA) hervor, die am Montag veröffentlicht wurde. Im vergangenen Jahr wurden der Organisation 401 rechte Übergriffen gemeldet. 2007 waren es 308 Straftaten. Es müsse allerdings von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden, hieß es in einer Pressemitteilung der Opferberatung. Die Beratungsstellen registrieren keine Propaganda- oder Beleidigungsdelikte, sondern ausschließlich Angriffe die sich direkt gegen Personen richten. Dabei wurden 2008 mindestens 295 Personen zum Teil schwer verletzt.

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Seminar zum Thema Faschismus

Posted by Botschaft - 17/02/2009

Die Naturfreundejugend Münster veranstaltet am 21. und 22. Februar ein Wochenendseminar für Jugendliche zum Thema »Theorie des Faschismus«. In der Veranstaltung, die in einem Jugendgästehaus bei Greven stattfindet, sollen die verschiedenen Faschismustheorien diskutiert werden. Als Referenten wurden Historiker und Sozialwissenschaftler eingeladen. Die Teilnahme kostet 20 Euro. Im Preis inbegriffen ist die Unterkunft, Vollverpflegung und die Arbeitsmaterialien. Interessierte können sich unter der Telefonnummer 02304/68755 oder unter nfj-muenster@gmx.de anmelden.

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