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Trauer um Bob Doyle

Posted by Botschaft - 17/02/2009

Mit Bob Doyle starb der letzte irische Spanienkämpfer. Bewegende Abschiedszeremonie in Dublin

Bob Doyle im Oktober 2008 auf dem Montjuic, dem Gräberfeld der Interbrigadisten in Barcelona Foto: Birgit Reinhardt

Am vergangenen Wochenende nahmen in Dublin Hinterbliebene, Freunde und Weggefährten Abschied von Bob Doyle, dem letzten der rund 130 irischen Interbrigadisten. Er war am 22. Januar in London an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben – wenige Tage vor seinem 93. Geburtstag.

Hunderte Menschen waren am Sonnabend in die Hauptstadt der Republik Irland gekommen, um Doyle, der hier am 12. Februar 1916 geboren wurde, mit einem Trauermarsch durch das Stadtzentrum, einer Kranzniederlegung an der Gedenktafel für die 60 in Spanien gefallenen irischen Spanienkämpfer und einer Gedenkzeremonie in der Liberty Hall zu ehren. »Im Zentrum von Dublin kam der Verkehr für eine kurze Zeit zum Stillstand, als die Stadt dem letzten Veteranen des Spanischen Bürgerkrieges Bob Doyle ihren Respekt erwies«, hieß es am Montag in der Irish Times.

Alle großen Zeitungen Irlands und des Vereinigten Königreichs – von Independent über Guardian und Sun, bis Daily Mail und Daily Mirror – hatten in Nachrufen an Leben und Kampf des Antifaschisten erinnert, den der britische Fernsehsender BBC in einer Dokumentation schon mal als »Rebellen ohne Pause« gewürdigt hatte.

Für das hohe Ansehen, daß Bob Doyle weithin – und längst nicht nur in seiner Geburtsstadt, sondern in ganz Irland, in Großbritannien und vor allem auch in Spanien – genoß, sprachen auch die Beileidsbekundungen von den Gewerkschaften, von der Kommunistischen Partei Irlands über die republikanische irische Partei Sinn Fein bis zur Labour-Youth; vom britischen Memorial-Trust der Spanienkämpfer bis zur spanischen Vereinigung der Freunde der Internationalen Brigaden.

Jugend in bitterer Armut
Doyle wuchs in bitterer Armut auf. Gemeinsam mit seinen vier Geschwistern wurde er von Nonnen an einer katholischen Schule erzogen. Schon sehr früh nahm der Arbeiterjunge an den sozialen und den politischen Kämpfen gegen den auch in Irland aufkommenden Faschismus teil. Bereits 14jährig schloß sich Bob Doyle der irischen Untergrundarmee IRA an. Als Francisco Franco 1936 mit Unterstützung des deutschen und italienischen Faschismus gegen die junge Spanische Republik putschte, zögerte er nicht lange und machte sich wie Tausende anderer Antifaschisten aus aller Welt auf den Weg nach Spanien.

Doyle kämpfte dort zunächst in der von irischen Freiwilligen gebildeten Connolly-Kolonne, die im Rahmen der XIV. Internationalen Brigade an der Cordoba-Front und bei der Verteidigung von Madrid zum Einsatz kam. Später, in der Schlacht am Jarama und an der Aragon-Front, kämpfte er als MG-Schütze in den Reihen der XV. Brigade. Im März 1938 fiel er bei den Kämpfen um die Stadt Belchite in die Hände der faschistischen italienischen Einheit »Schwarze Pfeile«. Elf Monate verbrachte Doyle im Konzentrationslager von San Pedro de Cárdenas in der Nähe von Burgos.

Aktiv für dem Frieden
Nach seiner Freilassung setzte er seinen Kampf als Seemann in der britischen Handelsmarine fort. Nach dem Krieg zog er mit seiner spanischen Frau Lola nach London. Dort arbeitete er in der britischen Friedensbewegung sowie in den Gewerkschaften. Den Kontakt zu seinen einstigen Kampfgefährten verlor er dabei nicht. Im Jahr 1996 bekam er – wie Hunderte andere Interbrigadisten – die spanische Staatsbürgerschaft verliehen.

Im Herbst 2006 war Doyle Gast der offiziellen Veranstaltungen in Madrid, Zaragoza und Barcelona anläßlich des 70. Jahrestages der Gründung der Interbrigaden. Selbst als hochbetagter Veteran reiste er im Oktober vergangenen Jahres noch einmalnach Spanien, um an den Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Verabschiedung der Internationalen Brigaden teilzunehmen. Wenige Wochen später trat Bob Doyle bei einer Feier zur Einweihung eines Denkmals für die irischen Brigadisten im nordirischen Belfast zum letzten Mal an die Öffentlichkeit. Seine Lebenserinnerungen hat er in dem Buch »Interbrigadisten – Ein Irländer kämpft gegen den Faschismus« aufgeschrieben.

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