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Bundeswehr trauert um Nazi

Posted by Botschaft - 05/03/2009

Trotz Kontaktverbot: Chef der »Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger« erhielt militärisches Ehrengeleit der Bundeswehr

Die Bundeswehr vergißt die »tapferen Kämpfer« der Wehrmacht nicht: Das offiziell bestehende Kontaktverbot zur »Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger« (OdR) hielt sie im vergangenen Jahr nicht davon ab, zur Trauerfeier für deren verstorbenen Vorsitzenden ein Ehrengeleit abzustellen. Auf Anfrage der Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke (Die Linke) teilte die Bundesregierung vor wenigen Tagen mit, die Truppe habe sich 2008 an 16 Trauerfeierlichkeiten für ehemalige Angehörige der Wehrmacht beteiligt. Darunter war auch der am 31. März »zur großen Armee abberufene« OdR-Chef Gerhard Gutmacher.

Die offizielle Linie in Fällen verstorbener Ritterkreuzträger lautet: »Der Respekt vor der persönlichen Tapferkeit im Krieg und ggf. auch vor der Aufbauleistung in Staat, Gesellschaft und Bundeswehr nach dem Krieg« lege es nahe, »verdienstvolle« Ritterkreuzträger auf Anfrage mit militärischen Ehren zu bestatten. Vorab werde geprüft, ob der Verstorbene diese Vorzüge aufweist, ehemalige SS- und SA-Angehörige blieben ausgeschlossen. Eigentlich sollte das auch für die Ordensgemeinschaft gelten: Der frühere Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) verordnete 1999 ein Kontaktverbot, weil die OdR »dem Rechtsradikalismus nahe« stehe.

Daran hat sich nichts geändert. Der Verein mit seinen mehreren hundert Mitgliedern hat sich vor einigen Jahren als »Traditionsgemeinschaft des Eisernen Kreuzes« konstituiert und versammelt jetzt auch jüngere Mitglieder. Als Vereinszweck werden die »Ehre deutschen Soldatentums« und »dessen unwandelbaren Tugenden« genannt. Ein Blick in das aktuelle Mitteilungsblatt des Vereins, Das Ritterkreuz, bestätigt diese Wehrmachts- und SS-Glorifizierung. In der Ausgabe 3/2008 finden sich »Ehrentafeln« für verstorbene SS-Hauptsturmführer, von denen der eine als Führer einer SS-Polizeieinheit in Griechenland »lebhafte Partisanenbekämpfung« betrieben habe. Als Geschenkidee für Weihnachten empfehlen die Herausgeber revisionistische Bücher wie »Der Krieg, der viel Väter hatte« des Bundeswehrgenerals a. D. Gerd Schultze-Rhonhof, das aufzeige, daß der »Ausbruch des 2. Weltkrieges keine von Deutschland allein geplante Entfesselung war«.

In anderen Ausgaben finden sich testamentarische Selbstzeugnisse von SS-Führern wie dieser: »Ich habe meine Pflicht getan. Ein letzter Gruß gilt unserem ehrenhaften Deutschland, dem ich als Patriot in meinen besten Jahren gedient habe.« Das Ritterkreuz zeichnet sich aus durch unbeirrtes Festhalten an der »Ehre der Wehrmacht«, Klagen über die antifaschistische »Umerziehung«, kein Wort hingegen wird verloren über Verbrechen deutscher Einheiten. Die Lektüre der Zeitschrift verrät auch, daß die Bundeswehr das Kontaktverbot nie so streng gesehen hat. Auf einer Versammlung der Sektion Südbaden sei – vom Vorsitzenden Gutmacher – ein »Brief des Kommandanten« des Kommandos Spezialkräfte verlesen worden. Das war damals, im Jahr 2003, noch Reinhard Günzel, ebenfalls ein bekannter Exponent des rechtsextremen Lagers. Was die Bundeswehr bewogen hat, trotz Kontaktverbot eine Abordnung ans Grab von Gutmacher zu entsenden, wollte sie nicht verraten, mehrfache jW-Anfragen bei der Militärpressestelle blieben unbeantwortet.

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