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Against increasing racism and the contempt for mankind in Germany and Europe, against Peoplephobie, against criticism prohibitions, against Nazis

Naziterror nimmt zu!

Posted by Botschaft - 10/03/2009

Die Zahl rechtsextremer, rassistischer sowie homophober Attacken hat 2008 stark zugenommen

Einfache Erklärungen für die Zunahme rechter Gewalt gibt es nicht. Täglich werten Sabine Seyb und ihre Kollegen von der Opferberatungsstelle Reach Out Zeitungen und Pressemeldungen aus, überprüfen Polizeinachrichten und spüren den Informationen nach, die Opfer und Zeugen über Gewaltvorfälle geben. »Trotzdem ist das Bild, was wir zeichnen können, immer nur ein Ausschnitt aller Angriffe«, sagt Sabine Seyb, da schließlich nur das einfließe, was als Information zur Opferberatungsstelle gelangt.

Obwohl die Dunkelziffer also noch wesentlich höher liegen dürfte, fällt die Bilanz von Reach Out, die die Initiative gestern zusammen mit lokalen Partnern präsentierte, erschreckend aus: Für das Jahr 2008 registrierte die Opferberatungsstelle 148 rassistisch, antisemitisch oder homophob motivierte Gewaltangriffe in Berlin. Das ist eine deutliche Zunahme im Vergleich zu 2007, wo Reach Out 112 solcher Übergriffe gezählt hatte.

»Besonders besorgniserregend ist die Zunahme der rassistisch motivierten Gewaltattacken um 40 Prozent«, meint Seyb. Anders als bei Angriffen auf linke oder alternative Opfer, die in der Hauptsache durch jüngere Neonazis begangen werden, sei bei rassistischen Vorfällen ein viel heterogeneres Täterspektrum zu beobachten. Oft würden die Angreifer ihren rassistischen Vorurteilen spontan gewaltsam nachgehen, auch das Alter sei nicht nur auf eher jüngere Schläger beschränkt. Problematisch sind diese Erkenntnisse besonders für die migrantischen Opfer, denn die ständige Angst lässt sich schwerer beherrschen, wenn man überhaupt nicht mehr einschätzen kann, wer, wann, wo körperlich angreift.

Ein Großteil der Attacken findet indes im öffentlichen Raum statt, an zweiter Stelle stehen Bahnhöfe. Aber auch Wohnungen sind nicht immer tabu, womit Betroffenen auch noch der letzte Rückzugsraum genommen werde, so Seyb.

Schwerpunkte der Übergriffe sind vor allem die Ostbezirke: An der Spitze Friedrichshain mit 30 Vorfällen, gefolgt von Lichtenberg (15), Pankow (14) und Marzahn (12). Dass der Westen in diesem Ranking unter ferner liefen rangiert, mag aber auch damit zusammenhängen, dass die Sensibilisierung für die Probleme im Vergleich zum Osten geringer ist. Außerdem gibt es in den Ostbezirken deutlich mehr lokale Initiativen, die sich mit derartigen Vorfällen auseinandersetzen.

Fünf dieser lokalen Projekte, die sich »Register« oder »Verzeichnis« nennen, präsentierten gestern ebenfalls die Ergebnisse ihrer Dokumentationen für 2008. Im Unterschied zur Opferberatungsstelle erfassen die auf Bezirksebene angesiedelten Anlaufstellen aber nicht nur Gewaltvorfälle, sondern auch Bedrohungen, Pöbeleien und Propaganda-Aktionen, die einen diskriminierenden oder rechtsextremen Hintergrund haben.

»Unsere Aufgabe geht über das reine Erfassen hinaus, denn zudem unterstützen wir auch zivilgesellschaftliche Gruppen«, erläutert Stephan Kuhlmann vom Friedrichshainer Register. Ähnlich sehen dies die Kollegen aus Pankow, Marzahn, Treptow und Lichtenberg. Denn neben der Dokumentation geht es vor allem um das Sichtbarmachen der Attacken – und darum, die Bevölkerung zu sensibilisieren. »Im besten Fall werden dann die Anwohner wie zur Zeit in Friedrichshain selber gegen Rechts aktiv«, so Kuhlmann.

Ergebnisse der bezirklichen Projekte


Pankower Register: 134 Vorfälle im Jahr 2008. Auffällig hohe Gewalt und Bedrohungen von linken Jugendlichen durch Rechtsextreme.


Register Treptow-Köpenick: 149 Vorfälle in der Auswertung. Der Großteil sind Propagandadelikte (97).


Verzeichnis Marzahn-Hellersdorf: 95 Vorfälle im Jahr 2008. Ebenfalls in der Hauptsache rechtsextreme Propaganda, aber auch 23 Übergriffe.


Register Lichtenberg: 106 Fälle rechtsextremer Vorkommnisse. Leichter Rückgang. Offenbar wirkt die Repression auf »freie Kameradschaften«.


Register Friedrichshain: Das Projekt nahm seine Arbeit im März 2009 auf. Deshalb noch keine Dokumentation für das vergangene Jahr.www.reachoutberlin.de

(Quelle)

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