Antifaunited

Against increasing racism and the contempt for mankind in Germany and Europe, against Peoplephobie, against criticism prohibitions, against Nazis

Keine Verschärfung des Waffenrechts

Posted by Botschaft - 13/03/2009

Nach dem Amoklauf von Winnenden wird es aller Wahrscheinlichkeit nach keine weitere Verschärfung des Waffenrechts geben. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble erteilte Forderungen nach Aufbewahrungsverbot in privaten Haushalten bis hin zum Totalverbot des Waffenbesitzes am Freitag eine klare Absage. »Mit Verschärfungen des Waffenrechts wäre dieses schreckliche Geschehen nicht zu verhindern« gewesen, sagte der CDU-Politiker.

Die Linksfraktion brachte einen Antrag in den Bundestag ein, nach dem Waffen und Munition nur noch in ständig bewachten Arsenalen von Organisationen und Vereinen aufbewahrt werden dürfen. »Die Tatsache, daß in Deutschland zwanzigmal mehr Waffen in Privathand als bei der Polizei sind, macht die Dimension des damit verbundenen Risikos deutlich«, erklärte Fraktionschef Gregor Gysi. »Dieses Risiko läßt sich reduzieren, wenn Gebrauchs- und Aufbewahrungsort der Waffen zusammengeführt werden.«

Auch die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth stellte die Lagerung von Waffen zu Hause in Frage. »Die Zahl der Waffen im Privatbesitz in Deutschland ist deutlich zu hoch und stellt ein enormes Sicherheitsrisiko da«, sagte sie. »Es stellt sich die Frage, warum Sportschützen ihre Waffen zu Hause lagern sollen.«

Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft (GdP), Konrad Freiberg, sprach sich im ZDF für ein zentrales Waffenregister und eine Begrenzung der Anzahl von Waffen, die eine Person besitzen dürfe, aus. Skeptisch bewertete Freiberg den Vorschlag der Lagerung von privaten Waffen in gesicherten Depots. Es müßte Hunderte, vielleicht sogar Tausende solcher Lager geben, sagte er. »Das müßten die Schützenvereine beziehungsweise die Leute bezahlen, die schießen wollen.«

Gegen solche Waffenlager wandte sich auch der stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Schützenbundes, Jürgen Kohlheim. Gerade die dezentrale Aufbewahrung in den privaten Haushalten erhöhe die Sicherheit, weil »eigentlich niemand weiß, wo Waffen zu holen sind.«

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer sprach sich in der taz für ein Totalverbot des privaten Waffenbesitzes aus. Dies sei »die einzige effektive Prävention gegen Amoktäter«.

Auch mehrere Autoren und Liedermacher wie Hubertus Knabe, Ines Geipel, Gerhard Schöne und Stephan Krawczyk sprachen sich für ein Waffenverbot aus und riefen zu einem Schulboykott auf, um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen. »Wir wollen ein Verbot von Mordwaffen als Sportwaffen sofort! Bis dahin rufen wir Schüler und ihre Eltern auf, den Schulbesuch zu verweigern«, heißt es in dem Aufruf. »Schulen sollen wieder sichere Orte sein.«

Geradezu grotesk : Als am Freitag in Nürnberg die Internationale Waffenausstellung (IWA) eröffnet wurde, wehten die Fahnen der Aussteller auf Halbmast. »Unser Mitgefühl und unsere Trauer gelten den Angehörigen der Opfer und denjenigen, die diesen verheerenden Amoklauf hautnah miterleben mußten«, erklärte der Verband deutscher Büchsenmacher und Waffenhändler in einer Pressemitteilung.(AP/ddp/jW)

MONITOR-Sendung vom 12.03.09

Advertisements

Sorry, the comment form is closed at this time.

 
%d Bloggern gefällt das: