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Polizei greift gegen Amok-Trittbrettfahrer durch

Posted by Botschaft - 15/03/2009

Nach dem Amoklauf in Winnenden haben in Norddeutschland mehrere junge Männer offenbar „aus Spaß“ einen Amoklauf angekündigt. In Niedersachsen und im Nordosten gab es Festnahmen. In Schneverdingen wurde ein 21-Jähriger nach seiner Ankündigung eines Amoklaufes im Internet von der schnellen Reaktion der Polizei überrascht. Der junge Mann wurde am frühen Freitagmorgen festgenommen, nachdem er erst am Abend zuvor in einem Chatraum gedroht hatte, 16 Schüler an einer „Teichschule“ zu töten.

„Wollte nur einen Spaß machen“
Ein 16-Jähriger aus Würzburg hatte die Zeilen gelesen und die Polizei informiert. Spezialkräfte aus Hannover drangen daraufhin am Freitagmorgen gegen 5.20 Uhr in die Wohnung des 21-Jährigen ein und nahmen den überraschten Mann fest, der auch kurz darauf die Tat gestand. Er habe sich zusammen mit Freunden „nur einen Spaß machen“ wollen.

Polizeieinsatz wird teuer
Der junge Mann aus Schneverdingen soll nach seiner Vernehmung in Soltau auf freien Fuß gesetzt werden. Ihm drohen allerdings ein Strafverfahren wegen „Störung des öffentlichen Friedens“ und eine saftige Rechnung wegen der Kosten des Polizeieinsatzes. Mehr als 40 Beamte hatten sich an dem frühmorgendlichen Einsatz beteiligt. Die Polizisten nahmen den Computer des 21-Jährigen mit, um ihn zu untersuchen. Der rigorose Einsatz der Polizei fand statt, obwohl es weder in Schneverdingen noch im Kreis Soltau-Fallingbostel eine „Teichschule“ gibt. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, wurde durch die frühe Festnahme allerdings der Schulbetrieb im Landkreis sichergestellt.

Mehrere Trittbrettfahrer im Norden
Der „Scherz“ des 21-Jährigen ist kein Einzelfall: Der Amoklauf von Winnenden, bei dem am Mittwoch 16 Menschen ums Leben kamen, hat Trittbrettfahrer in mehreren Regionen Norddeutschlands zu Amok- und Bombendrohungen animiert. In Schortens (Kreis Friesland) wurden 700 Schüler am Freitag nach Hause geschickt, weil eine 14 Jahre alte Schülerin der Hauptschule in einem Chatraum von der Ankündigung eines Amoklaufs gelesen hatte.

Gewehre konfisziert, Junge in Obhut
In Meinersen (Landkreis Gifhorn) wurde ein 14-Jähriger in die Obhut des Jugendamts übergeben, nachdem er am Freitag im Schulbus über die Durchführung eines Amoklaufs gesprochen habe. Die Polizei stellte bei der Durchsuchung der Wohnung des 46-jährigen Vaters mehrere Gewehre sicher. Alle bis auf eine der Waffen waren zwar legal im Besitz des Mannes, sie waren teilweise aber nicht ausreichend gesichert.

Auch ein Fall in Mecklenburg-Vorpommern
In Bad Doberan (Mecklenburg-Vorpommern) nahm die Polizei einen 19-Jährigen fest, der in einem Online-Spieleportal mit einem Amoklauf gedroht hatte. Der Auszubildende habe dies gestanden, teilten die Ermittler am Freitag mit. Offenbar sei die Drohung nicht ernst gemeint gewesen. Ein anderer Internetnutzer hatte die Ankündigung gelesen und die Polizei alarmiert. Gegen den 19-Jährigen läuft nun ein Ermittlungsverfahren.

Landesregierung: „Öfter mal Drohungen“
Nach Ansicht der Landesregierung sind die Schulen in Niedersachsen gut auf Trittbrettfahrer vorbereitet. Die Lehranstalten seien verpflichtet, Krisenpläne für Notfälle bereitzuhalten. Wie ein Sprecher des Kultusministeriums sagte, komme es „öfter mal“ zu Androhungen von Amokläufen, vor allem in Prüfungszeiten.
Stand: 13.03.2009 17:02 (NDR)

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