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Against increasing racism and the contempt for mankind in Germany and Europe, against Peoplephobie, against criticism prohibitions, against Nazis

Winnenden

Posted by Botschaft - 21/03/2009

Der Amoklauf des Tim K., der 15 Menschen und dann sich selbst erschoss, ist zum nationalen Ereignis geworden. Entsprechend breit ist die Debatte. Auguren, die bereits nach dem Erfurter Schulmassaker 2002 weissagten, bemühen erneut ihre alten Erklärungsmuster: Gewalt verherrlichende Computerspiele seien schuld, auch Gewaltdarstellungen in den Medien. Gemeint sind Killerspiele mit digitalen Opfern und einschlägige Filme, nicht Kriegsberichterstattungen.(…)

(…)Es gibt sehr vernünftige Verhinderungsideen. Sie laufen zum einen auf das Prinzip der Verringerung hinaus: Verringerung der Lernenden pro Schulklasse und der Zahl der Privatwaffen. Tim K. hatte einfachen Zugriff auf Waffen – wie Robert Steinhäuser in Erfurt.(…)

(…)Zu den Lehren von Winnenden gehört auch das Nachdenken über das Danach, den Umgang mit der Trauer und das menschliche Bedürfnis, diese Trauer gemeinschaftlich und öffentlich zu zeigen. Nun mögen alle Opfer in Winnenden aus christlichen Familien kommen, die gewöhnlich in Kirchen der Toten gedenken. Es waren wohl diesmal keine Muslime unter den Toten. Aber unter den Trauernden zeigten sich einige, weshalb ihnen beflissen Psalmtexte zugesteckt wurden. Was, wenn demnächst in einer Gegend des »ostdeutschen Volksatheismus« so eine Katastrophe geschieht? Gehen wir dann alle ins Kulturhaus?(…)

(…)In der biblischen Legende erklärt der Prophet Daniel dem Prinzen Belsazar die geheime Inschrift »Mene mene tekel u-pharsin«, die das Ende des Reiches und seine Zweiteilung als Gottes Wille verkündet. Es wird für »zu leicht befunden«. Während Daniel zum Dritten im Staate erhoben wird, stirbt Belsazar. Nehmen wir die Ereignisse von Winnenden ernst als Menetekel – als böses Zeichen. Als Atheist glaube ich nicht daran, dass etwas »oben« beschlossen wurde. Alles hat reale Ursachen. Ich kann die Menetekel-Geschichte aber als Aufforderung verstehen, Ereignisse und Zeichen realistisch und ethisch zu deuten – und endlich Konsequenzen zu ziehen.(…)(ND)

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