Antifaunited

Against increasing racism and the contempt for mankind in Germany and Europe, against Peoplephobie, against criticism prohibitions, against Nazis

Asyl ist Menschenrecht – auch in Deutschland!

Posted by Botschaft - 26/03/2009

Die Thüringer Flüchtlingsinitiative The Voice Refugee Forum veranstaltet an diesem Wochenende einen Flüchtlingskongress und will mit Demos, Kundgebungen und einer Visite im Flüchtlingsheim Katzhütte den Druck verstärken. Zentrale Forderung: Katzhütte und alle anderen Lager müssen geschlossen werden.

»Thüringen ist das beste Bundesland von allen«, sagt Magsud Agaev. Dabei sind Agaevs Erfahrungen hier alles andere als rosig. Der Aserbaidshaner, der einen Doktortitel hat und nur gebrochen Deutsch spricht, lebt in einem Flüchtlingsheim in Apolda und war zuvor in Katzhütte (Saalfeld-Rudolstadt) untergebracht. Beide Lager sind bekannt, weil seine Bewohner sich gegen die dort herrschenden Missstände zur Wehr setzten. Um den Druck auf die Behörden zu verstärken, veranstaltet die Flüchtlingsinitiative The Voice Refugee Forum Jena bis Sonnabend in Erfurt einen Kongress gegen Lager und Isolationscamps. Hauptforderung ist die Schließung von Katzhütte. Gestern Mittag startete die Kampagne mit einer Kundgebung auf dem Erfurter Anger. Im Anschluss zogen die etwa 30 Aktivisten zum Thüringer Landtag, wo sie eine Erklärung der Flüchtlinge übergeben wollten. Heute werden die Kongressteilnehmer der Unterkunft in Katzhütte einen Besuch abstatten.

»Katzhütte ist kein Problem, Katzhütte ist eine Katastrophe«, brachte es Taeshaul Kiarash vor Journalisten auf den Punkt. Der aus Iran stammende Flüchtling berichtete von der Isolation der Katzhütte-Bewohner. Von den Gutscheinen, die nur im teuren Supermarkt einzulösen sind, denn der nächste Lebensmitteldiscounter liegt im 50 Kilometer entfernten Saalfeld. Agaev ergänzte, erzählte von Baracken, die aus dünnen Pappwänden errichtet und kaum isoliert sind, von den Duschen, die 200 Meter entfernt von den Unterkünften liegen. Weil Lager wie Katzhütte oder Gehlberg mitten im Wald liegen, hätten ihre Bewohner kaum Möglichkeiten, sich von Anwälten oder dem Flüchtlingsrat beraten zu lassen, berichtet Voice-Aktivist Tafwik Lbebidy, der im Lager in Gehlberg gelebt hatte. Dass die Bewohner von Katzhütte ihren Protest an die Öffentlichkeit getragen haben, hat auch anderen Flüchtlingen Mut gegeben und den Widerstand in den Unterkünften in Gehlberg und Apolda angefacht, so Lbebidy.

Katzhütte und alle anderen Lager müssen geschlossen und die Flüchtlinge dezentral in Städten untergebracht werden, lautet die Forderung von The Voice. »Unser Widerstand wird in Saalfeld-Rudolstadt allgegenwärtig bleiben, bis unsere Forderungen erfüllt sind«, kündigt die Initiative an. Bereits jetzt konnten die Flüchtlinge einen ersten Erfolg verbuchen: Der Betreiber von Katzhütte hat seinen Vertrag mit dem Kreis gekündigt. Vom 15. April an betreibt der Landkreis die Unterkunft bis auf weiteres vorerst selbst, bestätigte ein Sprecher des Landratsamtes. Für The Voice Refugee Forum ist mit der Kündigung die »Schließung des Lagers durch die Flüchtlinge mit der Hand zu greifen«.(ND)

Advertisements

Sorry, the comment form is closed at this time.

 
%d Bloggern gefällt das: