Antifaunited

Against increasing racism and the contempt for mankind in Germany and Europe, against Peoplephobie, against criticism prohibitions, against Nazis

Duisburg 2008

Posted by Neuköllner Botschaft - 19/04/2009

EIN FALL POLITISCHER INSTINKLOSIGKEIT?

Oder Feigheit vor den Feinden westlicher Werte?

courtesy of 6kraska6

Eigentlich ist die Zeit, in der ich über politische Ereignisse in Rage geriet, vorbei. Ich schmücke mich mit altersreifer Toleranz, Liberalität, Objektivität, Neutralität, den Rest besorgt die Resignation. – Worüber ich allerdings noch in Wut gerate, ist z. B. politische Dummheit, und zwar dort, wo sie in brutale, bösartige, gemeinfährliche Ignoranz, Idiotie, Instinktlosigkeit und uferlose Borniertheit ausartet, also zur Gefahr für Mensch und Tier, Leib und Leben wird. Also diese Art Dummheit, die einen fassungslos, beinahe sprachlos macht, weil man nicht begreift, wie so etwas möglich sein kann, es sei denn, auf Befehl der Landesregierung wäre, was unter den Helmen und Mützen der Protagonisten sich befindet, durch eine massive Holzkugel ausgewechselt worden. Holz, in dem zusätzlich der Wurm siedelt!

Am Samstag, den 10. Januar 08, sieht die semi-faschistische, türkisch-islamistische Anti-Integrationsorganisation “Milli Görüs”, die seit Jahren unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht, die Gelegenheit gekommen, ihre Anhänger durch das gemeinsame öffentliche Ausleben anti-israelischer und anti-semitischer Ressentiments ideologisch aufzubauen und politisch auf Pogrom-Stimmung zu bringen. Nun gut, das tun Islamisten in allen arabischen Ländern, das ist es, wofür sie den Nahost-Konflikt brauchen, und da wir ein freies Land mit einer demokratischen Verfassung haben, dürfen die vermummten, mit grünen Haßstirnbändern versehenen Möchtegern-Märtyrer auch hier ihre Haßtiraden gegen den Westen, die freiheitliche Demokratie, gegen Israel und gegen die Juden skandieren und martialisch-militant herumbrüllen. – Wir mögen das hier nicht, und wir wissen nicht genau, warum sich die “Milli-Görüs”-Heinis ausgerechnet unsere Stadt ausgesucht haben, um ihre Anhänger aus dem ganzen Land zusammenzukarren, aber wir müssen das, es herrscht Meinungsfreiheit, dulden. Schon klar. Die meisten von uns schützt unsere mangelhafte Weltläufigkeit; die meisten von uns verstehen kein arabisch, nicht mal türkisch, und so bleibt der Großteil anti-semitischer Hetze erstmal unverstanden. Die Mixtur aus dumpfen Ressentiments, arabischem Machismo, türkischem Nationalismus und grenzenloser politischer Unbildung beginnt zu brodeln. Wieschön, zu sehen, daß die muslimische Sittlichkeit gewahrt wird: Männer und Frauen brodeln in getrennten Blöcken.

Die Polizei begleitet den Zug der Demonstranten; sie muß das tun, darauf verpflichtet, die Werte der Verfassung zu schützen und die Öffentliche Ordnung zu bewahren. Der Demonstrationszug ist noch nicht lange unterwegs, da passiert er das Wohnhaus Claubergstraße Ecke Friedrich-Wilhelm-Straße; Menschen verschiedenster Nationalitäten und Religionen wohnen dort. Im dritten Stock ist an einem Balkon eine israelische Flagge befestigt, eine weitere ziert das Fenster. Der blaue Davidsstern auf weißem Grund läßt die Fanatiker aufschäumen. Sofort stoppt der Zug, vermummte Militante rotten sich zusammen und beginnen, das Haus mit Wurfgeschossen (Schneebälle, Dreck, Taschenmesser, Feuerzeuge, Nagelknipser, berichtet der aufgewühlte Polizeisprecher später) zu bombardieren.

Was dann geschieht, läßt heute ganz Duisburg empört oder fassungslos den Kopf schütteln; die Zeitungen sind voll davon, und beim Polizeipräsidenten sowie in den Landesministerien stehen die Telefone nicht still:

Anstatt den Mob zurückzudrängen und in seine Schranken zu weisen; anstatt für den Fall weiterer Gewalttaten mit der Auflösung der Demonstration zu drohen, kurz: Anstatt den Islamisten klarzumachen, daß sie sich an deutsche Gesetze zu halten haben, … – stürmen Duisburger Polizisten das Wohnhaus, reißen Israels Flagge vom Balkon, treten des weiteren die Tür zur fraglichen Wohnung ein – die Bewohner sind nicht da! – und entfernen unter dem Jubel des Mobs auf der Straße, der mit syrischen, palästinensischen und türkischen Fahnen wedelt, die zweite israelische Flagge aus dem Fenster!

Dazu, noch voller Stolz, die Pressestelle des Duisburger Polizeipräsidiums:

“Duisburg – 12.01.2009 – 15:46 – 10000 demonstrierten friedlich über zwei Stunden in Duisburg gegen den Krieg im Gazastreifen. Mehrere hundert Teilnehmer empfanden zwei israelische Fahnen in der dritten Etage eines Wohnhauses am Demonstrationsweg als Provokation. Der Aufzug stockte, die Gemüter erhitzten sich zunehmend. Es flogen Schneebälle und andere Gegenstände in Richtung der Fahnen. Veranstalter und Polizei versuchten, mit Lautsprecherdurchsagen die Demonstranten zu beruhigen. Da die Situation immer höher kochte entfernte die Polizei schließlich die Fahne, um Ausschreitungen zu verhindern durch die zwangsläufig auch Unbeteiligte in Mitleidenschaft gezogen worden wären. Da die Wohnungsinhaber nicht anwesend waren, öffnete die Polizei die Türen gewaltsam. Nach Entfernung der Fahnen entspannte sich die Lage sofort und der Zug sowie die gesamte Demonstration gingen friedlich weiter. 

Bei der Abwägung zwischen der Unversehrtheit der Wohnung bzw. der Meinungsfreiheit einzelner und der drohenden Gefahr für zahlreiche Unbeteiligte (Körperverletzung/Sachbeschädigungen) bei einer Eskalation der Situation, entschied der Polizeiführer die Wohnung zu öffnen. Diese Entscheidung ist auch aus heutiger Sicht nicht zu beanstanden. “

Natürlich war es hauptsächliche Pflicht der Polizei, auf die “erhitzten Gemüter” der Fanatiker Rücksicht zu nehmen; in “Abwägung” haben man daher…. – Mann! Leute! Wacht auf! Es ist gerade 70 Jahre her, als mit nahezu gleichem Wortlaut das Gewährenlassen des braunen Mobs gegen Synagogen und jüdische Geschäfte gerechtfertigt wurde! Um die “erhitzten Gemüter” des Nazi-Pöbels nicht zu reizen und der “Gefahr für Unbeteiligte” zu begegnen, nahm man die ersten Juden in “Schutzhaft”…

Inzwischen werden (immerhin!) die Behörden mit einer Flut öffentlicher und privater Proteste konfrontiert. Das Ministerium hat vom Polizeipräsidenten eine Stellungnahme angefordert.

Ich hoffe, das israelische Fernsehen war nicht in Duisburg. Wenn ich mir vorstelle, daß in Jerusalem, Tel Aviv, Sderot oder Ashkelon Bilder zu sehen sind, auf denen deutsche Polizisten unter dem frenetischen Beifall gewaltbereiten islamistischen Mobs Israels Flagge herunterreißen, wird mir speiübel…

crossposted:

http://6kraska6.wordpress.com/

http://www.qype.com/place/438283-Polizeipraesidium-Duisburg

Advertisements

2 Antworten to “Duisburg 2008”

  1. gaybocholt said

    http://gaybocholt.wordpress.com/2009/04/21/jtf-auf-anwerbetour-in-deutschland/

  2. freedom of gaza said

Sorry, the comment form is closed at this time.

 
%d Bloggern gefällt das: